Nach Amoklauf in Boulder: Mutmaßlicher Schütze erstmals vor Gericht

Drei Tage nach einem Amoklauf mit zehn Toten im US-Staat Colorado ist der festgenommene Tatverdächtige am Donnerstag vor einem Gericht erschienen.

Washington. Drei Tage nach einem Amoklauf mit zehn Toten im US-Staat Colorado ist der festgenommene Tatverdächtige am Donnerstag vor einem Gericht erschienen. Seine Anwältin bat um eine psychiatrische Begutachtung ihre Mandanten, um „seine geistige Krankheit“ zu berücksichtigen. Bei dem Amoklauf in einem Supermarkt der Stadt Boulder wurden zehn Menschen im Alter von 20 bis 65 Jahren getötet.

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Mutmaßlicher Täter leidet vermutlich an psychischen Erkrankung

Während des Gerichtstermins trug der 21-jährige Ahmad Al Aliwi A. eine Maske. Trotz Coronapandemie hatte Bezirksrichter Thomas Francis Mulvahill einen persönlichen Auftritt des Tatverdächtigen angeordnet. Öffentlichkeit und Medien erhielten jedoch keinen Zutritt. Zu den Vorwürfen äußerte sich A. nicht. Ihm wird Mord in zehn Fällen vorgeworfen. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte, weitere Punkte würden folgen.

Aus Justizkreisen war zuvor verlautet, die Familie des Verdächtigen habe angegeben, A. leide vermutlich an einer psychischen Erkrankung, unter anderem an Wahnvorstellungen. A.s Anwältin Kathryn Herold äußerte sich dazu nicht näher.

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Am Mittwochabend (Ortszeit) versammelten sich in Boulder mehr als 500 Menschen zu einer Mahnwache mit Kerzen. Nach einer Schweigeminute sang eine Frau das Ave Maria.

Zeugin berichtet von dem Amoklauf

Eine Supermarktmitarbeiterin berichtete, wie sie den Amoklauf an ihrem Arbeitsplatz überlebt hat. Sie habe am Montag vor dem Geschäft eine Raucherpause eingelegt, als es mehrmals laut geknallt habe, sagte die 27-jährige Emily Giffen der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch. Sie habe gesehen, wie ein Mann über eine Kreuzung rannte und stürzte. Ein anderer Mann sei an ihn herangetreten und habe aus nächster Nähe mehrere Schüsse abgefeuert.

Sie sei in den Laden gehastet. Dabei sei der Angreifer direkt an ihr vorbeigekommen. „Ich weiß nicht, weshalb er uns nicht gesehen hat“, sagte Giffen. Sie sei durch die Hintertür wieder ins Freie gestürzt. Dort habe Neuschnee gelegen, weshalb viele auf der Flucht ausgerutscht seien. Irgendwer sei ihr mächtig auf den Arm getreten. Der Angreifer habe auf hilflose Menschen Jagd gemacht, die nicht einmal gewusst hätten, wo sie sich verstecken konnten. „Es ist nur diese Angst - so wie: „Wo bin ich, wo kann ich mich jemals sicher fühlen?““, sagte Giffen.

RND/AP

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