Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen

Ihr wurde die Abtreibung verweigert: Vergewaltiger von Zehnjähriger in Ohio angeklagt

Abtreibungsbefürworterinnen und -befürworter demonstrieren in Cincinnati im US-Staat Ohio.

Abtreibungsbefürworterinnen und -befürworter demonstrieren in Cincinnati im US-Staat Ohio.

Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Infolge des historischen Urteils des Supreme Courts war im US-Bundesstaat Ohio einer Zehnjährigen nach einer Vergewaltigung eine Abtreibung verweigert worden, das Mädchen musste für die Behandlung in den Nachbarstaat Indiana reisen. Jetzt gibt es in dem Missbrauchsfall eine Festnahme.

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Ein 27-Jähriger aus der Stadt Columbus ist angeklagt worden, ihm wird die Vergewaltigung der Zehnjährigen vorgeworfen, berichtete zuerst die Zeitung „The Columbus Dispatch“. Er habe die Tat nach seiner Festnahme am Dienstag gestanden. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe und die Abschiebung. Eine erste Anhörung in dem Fall soll in der kommenden Woche stattfinden.

Weil Ohio kurz nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs Abtreibungen nach sechswöchiger Schwangerschaft verboten hatte, konnte ihr Arzt der Zehnjährigen nach der Vergewaltigung nicht auf legale Weise helfen. Stattdessen kontaktierte er nach Angaben des „Indianapolis Star“ eine Gynäkologin im Nachbarstaat Indiana, die sich um die Patientin kümmerte.

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Generalstaatsanwalt von Ohio hatte Vergewaltigung angezweifelt

Der Fall sorgte für große Empörung, auch Joe Biden hatte sich in der vergangenen Woche dazu geäußert: „Sie war gezwungen, nach Indiana zu reisen, um die Schwangerschaft zu beenden und vielleicht ihr Leben zu retten“, so der US-Präsident. „Zehn Jahre alt – zehn Jahre alt – vergewaltigt, sechs Wochen schwanger, bereits traumatisiert, wurde sie gezwungen, in einen anderen Staat zu reisen.“

In der Kritik steht inzwischen auch der republikanische Generalstaatsanwalt von Ohio, Dave Yost. Wie andere rechte Politiker hatte er angezweifelt, dass sich der Fall tatsächlich so zugetragen habe. Er habe nirgendwo auch nur ein „Flüstern“ gehört, dass sich die Geschichte so zugetragen haben könnte, es erscheine ihm wie eine „Erfindung“, hatte er am Montag dem Sender Fox News gesagt.

Nach Bekanntwerden der Festnahme ließ er dann am Mittwoch in einer Stellungnahme mitteilen, sein Herz schmerze angesichts des Unglücks, das dieses kleine Kind erlitten habe. Er sei zudem dankbar für die Arbeit des Columbus Police Departments, ein Geständnis erwirkt und einen Vergewaltiger von der Straße geholt zu haben. Seine Andeutungen, der Fall könnte erfunden sein, bedauerte er darin nicht. In einem weiteren Interview mit Fox News auf seine früheren Aussagen angesprochen sagte Yost: „Ich bin nicht allwissend.“

Ende Juni hatte der Oberste Gerichtshof der USA nach fast einem halben Jahrhundert das liberale Abtreibungsrecht in den Vereinigten Staaten gekippt. Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court in Washington machte mit seiner Entscheidung den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei – bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen Bundesstaaten. Damit ist das bisherige Recht auf Abtreibung aus dem Jahr 1973 in den USA Geschichte.

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RND/seb/dpa

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