Sie protestierte im Staatsfernsehen

Marina Ovsyannikova nach Freilassung: „Wir müssen die Ukraine um Vergebung bitten“

Marina Ovsyannikova nach ihrer Freilassung.

Marina Ovsyannikova hatte eine der medienwirksamsten Protestaktionen gegen den russischen Krieg umgesetzt – und wartet nun auf die Konsequenzen. Vor acht Tagen hielt die 43-jährige TV-Mitarbeiterin in den russischen Hauptnachrichten ein Plakat hinter der Nachrichtensprecherin hoch mit der Aufschrift: „Kein Krieg“ und „Russen gegen den Krieg“. Daraufhin wurde die zweifache Mutter festgenommen, verhört – und zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 250 Euro) verurteilt.

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Mittlerweile ist sie wieder auf freiem Fuß, weiß aber noch nicht, was ihr noch für eine Strafe wegen des kürzlich eingeführten neuen Mediengesetzes droht. Haftstrafen von bis zu drei Jahren sowie Geldbußen sind vorgesehen, wenn man Nachrichten über das Militär verbreitet, die der Kreml als falsch ansieht. Die Höchststrafe von 15 Jahren sei in jenen Fällen möglich, in denen die Verbreitung dieser Berichte schwerwiegende Folgen habe, hieß es.

Niemand habe von der Aktion gewusst

Im Interview mit „Bild TV“ erzählt die Russin, dass sie die Aktion gar nicht von langer Hand geplant hatte: „Ich habe das eines Morgens ziemlich spontan entschieden. Aber schon lange habe ich das in mir getragen. Eigentlich wollte ich in der Öffentlichkeit, auf der Straße, demonstrieren. Aber das darf man nicht mehr.“ Deshalb habe sie ihre Situation bei dem TV-Sender genutzt.

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Von der Aktion habe laut Ovsyannikova niemand gewusst: „Meine Kinder wussten es nicht, und auch sonst niemand.“ Sie habe für sich und ihre Kinder keine andere Wahl gesehen, sagt die 43-Jährige gegenüber „Bild TV“: „Ich wusste, dass ich etwas zu verlieren habe. Aber der Krieg in der Ukraine war endgültig ein Punkt, wo ich etwas machen musste und nicht mehr so leben wollte. Für mich gab es keine andere Wahl.“

Ovsyannikova: „Es darf nicht mehr weitergehen“

Für eine Versöhnung mit der Ukraine sieht Ovsyannikova nur eine Option: „Wir müssen vor der Ukraine auf die Knie sinken und um Vergebung bitten für das, was hier passiert ist.“ Dann richtet sie bei „Bild TV“ noch eindringliche Worte an Russlands Machthaber Wladimir Putin: „Als Mutter sage ich: Ich flehe sie an, beenden sie diesen verdammten, diesen unerträglichen Krieg. Es geht nicht mehr. Es darf nicht mehr weitergehen.“

RND/lob

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