Protest im Staatsfernsehen

Marina Ovsyannikova nach Protest in russischem TV-Studio: „Es war meine Antikriegsentscheidung“

Die TV-Mitarbeiterin Marina Ovsyannikova hat sich nach der Verurteilung zu einer Geldstrafe gegenüber Journalisten geäußert.

Moskau. Marina Ovsyannikova ist zu einem Symbol des russischen Widerstands gegen den Krieg gegen die Ukraine geworden. Mit ihrer Protestaktion im russischen Staatsfernsehen während der Hauptnachrichtensendung „Wremja“ (vergleichbar mit der deutschen „Tagesschau“) am Montagabend sorgte die TV-Mitarbeiterin weltweit für Aufsehen.

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Wenig später verschwand sie – Ovsyannikova wurde festgenommen. Ihre Anwälte sagten, dass sie nicht wüssten, wo sich ihre Mandantin befinde. Erst am Dienstagabend tauchte ein Foto auf, das die 44-Jährige mit ihrem Anwalt Anton Gashinsky vor Gericht zeigte.

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Wenig später erging das Urteil: 30.000 Rubel (etwa 250 Euro) Ordnungsstrafe, weil sie in einem Twitter-Video vor ihrer Plakataktion im TV zu Protesten gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine aufgerufen hatte. Ob ihr ein weiteres Verfahren nach dem neuen russischen Mediengesetz droht, ist noch nicht bekannt.

Ovsyannikova: „Ich habe diese Entscheidung selbst getroffen“

Nach dem Urteil äußerte sich Ovsyannikova erstmals selbst vor dem Gerichtsgebäude gegenüber Journalisten. Sie sagte, dass sie mehr als einen halben Tag lang ohne Rechtsbeistand verhört worden sei. „Das Verhör dauerte mehr als 14 Stunden, ich durfte weder meine Familie noch Freunde kontaktieren, mir wurde der Zugang zu einem Anwalt verweigert“, sagte sie gegenüber der BBC.

Ovsyannikova führte aus, dass sie keine Mitwisser oder Helfer gehabt haben soll: „Es war meine Antikriegsentscheidung. Ich habe diese Entscheidung selbst getroffen, weil ich es nicht mag, dass Russland diese Invasion beginnt. Es war wirklich schrecklich.“

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Ovsyannikova spricht von „unmenschlichem Regime“

In dem Video auf Twitter sagte Ovsyannikova, sie schäme sich, für das zu arbeiten, was sie Kremlpropaganda nennt. „Ich schäme mich, dass ich mir erlaubt habe, Lügen vom Fernsehbildschirm zu erzählen. Ich schäme mich, dass ich zugelassen habe, dass Russen in Zombies verwandelt wurden“, erklärte sie. „Wir haben diesem unmenschlichen Regime nur schweigend zugesehen.“

RND/nis

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