Fund auf Internatsgelände

Wohl erneut Dutzende Kindergräber in Kanada durch Luftaufnahmen entdeckt

Blumen liegen vor der Gedenkstätte außerhalb "Kamloops Indian Residential Schoo"», einem ehemaligen Internat für Indigene. Hier war ein Massengrab mit Überresten von 215 Kindern auf dem Gelände des früheren Internats für Indigene in Kanada entdeckt worden.

Edmonton. Auf einem Internatsgelände im Norden Kanadas sind vermutlich knapp 170 Gräber von indigenen Kindern gefunden worden. Darauf wiesen Radar- und Drohnen-Aufnahmen der früheren Grouard Mission rund 370 Kilometer nordwestlich von Edmonton hin, erklärte Sydney Halcrow von der indigenen Gemeinschaft der Kapa‘weno First Nation bei einer Pressekonferenz.

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„Unsere kleinen Krieger haben auf uns gewartet, bis wir sie finden. Jetzt werden wir sicherstellen, dass sie in Frieden ruhen können“, sagte er am Dienstag laut kanadischem Fernsehen CBC. Die Funde bestätigen Berichte von Überlebenden über die miserablen Zustände in dem von 1894 bis 1961 betriebenen Internat. Nun sollen zusätzliche Untersuchungen zeigen, ob es weitere Gräber gab und wie viele Kinder genau starben.

Funde führen zu zahlreichen Protesten

Im vergangenen Sommer waren bei mindestens vier ehemaligen Internaten für indigene Kinder viele hundert unmarkierte Gräber und Überreste von Kinderleichen entdeckt worden. In den meist von der katholischen Kirche betriebenen „Residential Schools“ waren vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre ihren Familien entrissene indigene Kinder untergebracht. Sie mussten dort die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehörten zur Tagesordnung.

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Die Funde hatten in Kanada zu zahlreichen Protesten geführt und auch weit über die Grenzen des Landes hinaus für Entsetzen und Empörung gesorgt. UN-Menschenrechtsexperten hatten von der Regierung Kanadas und dem Vatikan umfassende Aufklärung gefordert. Premierminister Justin Trudeau hatte Papst Franziskus aufgefordert, nach Kanada zu kommen und sich zu entschuldigen.

RND/dpa

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