TV-Kritik zum ARD-Krimi

Dresdner „Tatort: Das kalte Haus“: Ein düsteres Rätsel

Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) machen eine entsetzliche Entdeckung beim Routinecheck im Haus der Fischers.

Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) machen eine entsetzliche Entdeckung beim Routinecheck im Haus der Fischers.

Dresden. Herr Fischer vermisst seine Frau. Ein Fall, der eigentlich nichts für eine Mordkommission ist. Aber weil Herr Fischer in Dresden ein wichtiger Mann ist und Kontakte zum Bürgermeister und Oberstaatsanwalt hat, landet er am Ende bei Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) – und der schickt seine Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel), die eigentlich gerade in den Geburtstag von ersterer hineinfeiern wollten, los, um mal nachzuschauen.

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Was die beiden dann im Haus der Fischers vorfinden, könnte wiederum mehr mit einem Fall für eine Mordkommission zu tun haben. Denn im Schlafzimmer des Ehepaares findet sich eine Menge Blut – aber keine Einbruchsspuren. Hat Simon Fischer (Christian Bayer) etwa selbst seine Frau umgebracht?

Düstere Inszenierung, düsteres Thema

Der neue Tatort aus Dresden mit dem Titel „Das kalte Haus“ (Montag, 6. Juni, 20.15 Uhr, ARD) wird von Regisseurin Anne Zohra Berrached düster inszeniert – mit dunklen Bildern, blutigen Handabdrücken, psychedelischer Musik, und immer wieder dieser eingeblendeten Stimme, die Dinge sagt wie: „Ich wusste, dass du meine Frau sein wirst.“ Auf diese gruselige Art und Weise, dass man sich auch nicht über das ebenfalls düstere Thema des „Tatorts“ wundert. Wie sich schnell herausstellt, haben die Ermittlerinnen es beim Ehepaar Fischer offenbar mit häuslicher Gewalt zu tun.

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Ein Thema, das Kommissarin Gorniak aus ganz privaten Gründen triggert. Dass sie Herrn Fischer daher schnell – aus einer Intuition heraus – als Hauptverdächtigen ansieht, geht wiederum ihrem Chef Herr Schnabel gegen den Strich. Denn der steht unter Druck, den Fall so zu lösen, dass hier kein Imageschaden für die wichtigen Persönlichkeiten Dresdens entsteht. Ein schwieriger Spagat.

Mehr Raum für Herr Schnabel

Mit diesen Konstellationen bekommt der Krimi abseits der Lösung des Mordfalls noch eine zweite, menschliche Ebene. Hier treffen verschiedene Charaktere aufeinander und verschiedene Interessen. Verrennt sich Gorniak da in etwas? Hält Herr Schnabel dem Druck nicht stand und lässt sich seine Arbeit diktieren? Und können die beiden sich wieder so weit fangen, dass sie vertrauensvoll zusammenarbeiten können? Das erzählt diese Geschichte mit, und räumt auch Martin Brambach als Herrn Schnabel etwas mehr Raum ein – wie der Schauspieler es sich im vergangenen Jahr bereits gewünscht hatte.

Gemeinsam müssen sie nun aber ermitteln, und gleichzeitig den cholerischen Ehemann der Vermissten in Schach halten, von der lange unklar ist, ob sie überhaupt noch lebt. Die Frau, die als „Glückssucherin“ Psychologievideos auf Youtube hochlud und gleichzeitig offenbar eine unglückliche Ehe führte, ist dem Trio, in dem Winkler zwischendurch die Rolle der Streitschlichterin einnimmt, lange ein Rätsel. Wie auch die Auflösung des Falls lange ein Rätsel für die Zuschauenden bleibt. Erst in einem Showdown, der es in sich hat, ergibt vieles plötzlich Sinn.

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Der „Tatort: Das kalte Haus“ läuft am Pfingstmontag, 6. Juni, ab 20.15 Uhr im Ersten.

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