„Tatort: Wunder gibt es immer wieder“: Nostalgie pur

Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachveitl) verhören Schwester Antonia (Maresi Riegner).

Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachveitl) verhören Schwester Antonia (Maresi Riegner).

In Bayern herrscht gerade bestes Sommer- und Badewetter, als Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ihre Ermittlungen in „Tatort: Wunder gibt es immer wieder“ (Sonntag, 19. Dezember, 20.15 Uhr, ARD) beginnen. In einem Zug ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. Wie sich herausstellt, hat er zuletzt als Buchprüfer für ein Frauenkloster im Voralpenland bei Oberaudorf gearbeitet. Als die beiden Kommissare dort ankommen, werden sie freundlich, aber distanziert von den sechs Nonnen um Oberin Barbara (Corinna Harfouch) empfangen. Außerdem leben in dem imposanten alten Gemäuer noch ein Hausmeister (Aurel Manthei) und sein junger Gehilfe.

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Nach diesem Vorspiel beginnt dann ein lupenreiner Whodunit-Fall. Da inzwischen feststeht, dass der Buchprüfer höchstwahrscheinlich im Kloster vergiftet worden ist, ist der Kreis der Verdächtigen also gut überschaubar. Und nachdem sich die Kommissare in der für sie fremden Welt des Klosters umgeschaut haben, dabei überrascht sind von dem weltlichen Treiben der Nonnen – selbst einen Online-Shop für Kräuter, Schnaps und Wolle wird von ihnen betrieben – und auch die mittlerweile in vielen Filmen obligatorische an der Börse spekulierende Nonne ist mit von der Partie, beginnt das übliche Frage-und-Antwort-Spiel.

Netter Running-Gag

Damit es nicht zu langweilig wird, werden die Verhöre ein paar Mal von einem richtig netten Running-Gag unterbrochen. Ihn steuert ihr Assistent Kalli (Ferdinand Hofer) bei, der die Abwesenheit seiner Chefs nutzt, um seine (Arbeits-)Zeit an einem Münchner Badesee zu verbringen – mit einem Laptop, auf dem er dann für seine davon nichtsahnenden Chefs auf telefonische Anfrage hin recherchiert. Also statt Home-Office gleichsam Badeanstalt-Office. Aber wenn es der Wahrheitsfindung dient, warum nicht?

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Während Kalli sich also sonnt, plätschert und ab und an recherchiert, stoßen seine Chefs bei ihren Verhören auf dunkle Geheimnisse und andere unheilige Dinge im Klosterleben, aber auch auf große Probleme und Schwierigkeiten, mit denen die Nonnen irgendwie zurechtkommen müssen. Und sie entdecken sogar eine offiziell noch lebende Tote. Spuren, Motive und auch falsche Fährten gibt es in diesem „Tatort“ jedenfalls genügend. Und das sorgt für Spannung, in dem ansonsten seicht vor sich hin dümpelnden Kriminalfall.

Wie die gute alte Agatha Christie

Nach guter alter Agatha-Christie-Manier versammeln Batic und Leitmayr schließlich alle Tatverdächtigen in einem Raum, rekonstruieren das Geschehen noch einmal detailliert und logisch – und wenn sie alles richtig gemacht haben, gesteht der Täter oder die Täterin ganz von selbst.

So etwas hat man allerdings schon hundertmal in Krimis gesehen, auch TV-Oldies wie „Der Kommissar“ oder „Derrick“ sind bereits so vorgegangen, und so wirkt diese Szene zwar ein wenig nostalgisch, ist jedoch leider alles andere als originell. Aber auch sonst kommt dieser „Tatort“ recht altbacken, arg konventionell und vor allem wenig überraschend daher, eben wie „ein leichter Sommerfilm“. Einen solchen wollte Regisseurin Maris Pfeiffer nämlich nach eigener Aussage eigentlich drehen. Doch der düstere Drehort, ein altes Kloster mit dunklen Gängen und Nischen, das vor allen Nachts alles andere als heimelig wirkt, hat diese Absicht verhindert.

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Doch das Kloster kommt als Schauplatz selbst doch noch zum Tragen. Ganz kurz vorm Abspann geschieht – Sapperlot! – tatsächlich auch noch ein richtiges Wunder. Aber die gibt es halt immer wieder, ganz besonders im schönen Land der Bayern.

Der „Tatort: Wunder gibt es immer wieder“ ist am Sonntag, 19. Dezember, ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

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