Dortmunder „Tatort: Gier und Angst“: Drama um Ermittler Pawlak

Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon, links) mit dem Nachtclubbesitzer Georg „Micki“ Micklitza (Sascha Gersak).

Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon, links) mit dem Nachtclubbesitzer Georg „Micki“ Micklitza (Sascha Gersak).

Das war ja schon nach der letzten Folge klar. Die Beziehung zu dem Langweiler von der Spurensicherung hat Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) inzwischen beendet. Dummerweise will das der Verschmähte nicht kapieren und stellt ihr weiter nach. Eine unangenehme Geschichte, bei der es sogar fast zu Handgreiflichkeiten kommt. Diese private Affäre ist aber zum Glück nur eine kleine Randepisode in dem neuen Dortmunder „Tatort: Gier und Angst“ (2. Januar, 20.15 Uhr, ARD; Regie und Drehbuch: Martin Eigler), bei dem dennoch das Privatleben der Ermittelnden wieder eine wichtige, ja die zentrale Rolle spielt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nachdem sich zuletzt die Beziehung zwischen den beiden Alten im Team, Bönisch und Peter Faber (Jörg Hartmann), geklärt hat – und Faber nun in sich ruht –, ist diesmal Jan Pawlak (Rick Okon), einer der beiden Jungen im Team, an der Reihe. Und in der nächsten TV-Therapiestunde folgt dann seine Kollegin, Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger)? Oder bleibt uns das wenigstens erspart?

Dortmunder „Tatort“-Team hat eigentlich Wichtigeres zu tun

Denn eigentlich hat das Dortmunder Ermittlerteam um Bönisch und Faber viel Wichtigeres zu tun. Natürlich geht’s dabei wie immer am Sonntagabend um Mord – und um einen anfänglich seltsamen, nur schwer durchschaubaren Fall: Da erscheint am späten Abend klitschnass und schrecklich nervös der Manager Josef Micklitza (Stefan Rudolf) im Polizeipräsidium. Auf dem Gelände des Dortmunder Hafens hat er in einem Auto einen Toten mit einer Schussverletzung gefunden. Der Mann, mit dem er komischerweise gerade dort verabredet gewesen ist, war sein Vermögensberater. Faber hört sich das zwar an, sein Mitleid hält sich aber spürbar in Grenzen. Finanzgeschäfte und -spekulationen sind ihm fremd, ja einfach nicht sein Ding. Dennoch muss er nun mit seinem Team ermitteln.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Spur führt direkt zu einer Investmentagentur, wo der Ermordete beschäftigt gewesen ist. Und zu einer Privatbank, die mit der Agentur eng verbandelt ist. Derweil machen Gerüchte die Runde, dass es bei den Geschäften der beiden Finanzunternehmen nicht immer koscher zugegangen ist und womöglich sogar Pleiten drohen. Das versetzt die wohlhabenden Kunden und Kundinnen, die dort bisher immer satte Rendite eingefahren haben, in Angst und Schrecken. Nicht umsonst heißt die Folge „Gier und Angst“, was offenbar – so suggeriert das zumindest der Film – eben die beiden Seiten einer Medaille sind. Auch wenn die gezeigten Reaktionen der panischen Kunden und Kundinnen allerdings doch etwas arg überzeichnet scheinen.

Dramatischer privater Kriegsschauplatz

Das ist aber nur einer von zwei Handlungssträngen. Während nämlich die Ermittlungen um illegale Finanzspekulationen, Betrügereien mittels Schneeballsystem und so weiter ordentlich und routiniert abgespult werden, gewürzt mit ein paar Gemeinheiten von Faber, gibt’s neben Bönischs unappetitlichem Beziehungsknatsch noch einen wesentlich dramatischeren privaten Kriegsschauplatz: Da der Manager Micklitza mittlerweile untergetaucht ist, befragen die Ermittlerinnen und Ermittler seinen Bruder (Sascha Gersak), der im Dortmunder Party- und Drogenmilieu aktiv ist.

Und genau dabei hat Pawlak eine überraschende Begegnung, die ihn fast aus der Bahn wirft. Im Hintergrund einer Diskothek entdeckt er plötzlich seine vor einem Jahr spurlos verschwundene Frau. Sie hat ihn und ihre gemeinsame kleine Tochter verlassen und lebt nun offenbar mit Micklitzas Bruder zusammen. Und ist wieder auf Droge.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mord gerät in den Hintergrund des Geschehens

Diese Geschichte steht nun nach gut einer halben Stunde tatsächlich im Mittelpunkt des Films, dabei geraten der Mord, die illegalen Finanzgeschäfte, die Betrügereien der Investmentfirma und ihrer Bank in den Hintergrund des Geschehens. Und als Zuschauerin oder Zuschauer fragt man sich angesichts dieses ganzen privaten Psychoelends: Will man das wirklich alles in dieser Ausführlichkeit wissen? In einem Krimi, in dem es doch letztlich um Mord und Totschlag geht?

Der „Tatort: Gier und Angst“ läuft am 2. Januar ab 20.15 Uhr im Ersten.

Mehr aus Medien

 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen