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„Der Kanzler muss Stärke zeigen“

Bei „Markus Lanz“: Psychiater nennt Weltkriegs-Aussagen von Olaf Scholz „unverantwortlich“

Zu Gast bei Markus Lanz (links) waren am Mittwochabend, von links: Marco Buschmann, Helene Bubrowski, Gwendolyn Sasse und Manfred Lütz.

Die Debatte um den Helikopter-Mitflug des erwachsenen Sohnes von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hält an. Auch Markus Lanz versuchte am Mittwochabend, FDP-Justizminister Marco Buschmann zu einem Urteil über die SPD-Politikerin zu bewegen. Der jedoch weigerte sich, sich „abschätzig“ zu seiner Kollegin zu äußern. Zwar könne er verärgerte Bürgerinnen und Bürger verstehen, gab jedoch auch zu bedenken, dass Lambrecht als Alleinerziehende Möglichkeiten finden wolle, Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen. Zudem sei die Reise rechtlich erlaubt, wie auch Lanz selbst betonte.

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Die „FAZ“-Korrespondentin Helene Bubrowski hingegen zeigte sich weitaus weniger versöhnlich mit der Ministerin. „Es ist Krieg in Europa, und man hat den Eindruck, die Frau konzentriert sich vor allem auf andere Dinge“, wetterte sie. Aus diesem Grund müsse man in Frage stellen, wie ernsthaft Lambrecht ihrem Job nachgehe. Auch die Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse machte die Lage in der Ukraine als Grund für die Empörung aus. „Während Krieg herrscht, guckt man natürlich genauer hin“, erklärte sie.

Dem widersprach Manfred Lütz. „In der jetzigen Situation wäre es eigentlich angemessen, dass die moralischen Reflexe zurücktreten“, forderte der Psychiater und katholische Theologe. Er selbst sei vielmehr besorgt darüber, dass die Verteidigungsministerin seiner Ansicht nach „nicht kompetent“ wirke. Besser für den Posten geeignet erscheine ihm beispielsweise die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Ebenjene zeige sich in Interviews stets kompetent und stark - Eigenschaften, die derzeit auch der Bundeskanzler vermissen lasse.

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„Der Kanzler muss aufpassen, welche Worte er verwendet“

„Scholz ist im Amt nicht richtig angekommen“, bemängelte Lütz. Er betonte mehrfach, die aktuelle Situation sei „brandgefährlich“. Die Atombombe sei vor allem „eine psychologische Waffe“, die die russische Regierung um Putin vor allem als Druckmittel nutze. Olaf Scholz spiele dieser Strategie in die Hände, erklärte Lütz. Während man in der amerikanischen Politik „völlig professionell“ und „absolut cool“ mit den Drohungen umzugehen wisse, offenbare der deutsche Regierungschef öffentlich von seiner Angst vor dem dritten Weltkrieg. Lütz: „In dem Moment knallen bei Herrn Lawrow die Korken.“ Solche „unverantwortlichen“ Aussagen hätten Auswirkungen auf die Bevölkerung hierzulande. „Der Kanzler muss aufpassen, welche Worte er verwendet“, so Lütz.

Der Position des Kanzlers sei gewissermaßen mit der Arbeit eines Psychiaters zu vergleichen, wie der langjährige Vorsitzende des Alexianer-Krankenhauses in Köln ausführte: „Wenn ich in mich meinem Beruf neben einen depressiven Menschen setze und sage, dass es mir auch schlecht geht, dann springt der Patient aus dem Fenster, weil er den Eindruck hat, dass der Psychiater die Sache nicht im Griff hat.“ Konkret bedeute das: „Der Kanzler muss Stärke zeigen.“ Putin versuche, uns zu spalten. Aus diesem Grund appellierte Lütz: „Würde man diese ruhige Stärke und Einigkeit, die Amerika hinsichtlich des Krieges im Vergleich zu Deutschland ausstrahlt, hierzulande nachahmen, wäre viel geholfen.“

RND/Teleschau

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