Das wussten Sie noch nicht

30 Jahre „GZSZ“: Karrieren, Kurioses – und viel Nagellack

Gute Zeiten, schlechte Zeiten Folge 7501 um 19.40 Uhr bei RTL.
Katrin (Ulrike Frank) befürchtet, dass Gerner (Wolfgang Bahro) ins Visier der Ermittler gerät.

Katrin (Ulrike Frank) befürchtet, dass Gerner (Wolfgang Bahro) ins Visier der Ermittler gerät – eine Szene aus „GZSZ“-Folge 7501.

Potsdam. „Vergiss es, das ist nichts für mich.“ Das sagte Schauspieler Wolfgang Bahro im Jahr 1993 wenige Monate nach dem Start über die neue RTL-Serie namens „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ). Jetzt feiert die täglich ausgestrahlte Vorabendserie ihren 30. Geburtstag - mit einer Jubiläumsfolge in Spielfilmlänge am Donnerstag (12. Mai, 19.40 Uhr). Ein Überblick über Karrieren, Kurioses - und Nagellack-Verschleiß am Set.

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Agentin überredet Bahro zu „GZSZ“-Rolle

Als Wolfgang Bahro angefragt wurde, wollte er gar nicht zu „GZSZ“. „Es gab am Set in der Mehrheit sehr viele gut aussehende Models, die aber alle nicht schauspielern konnten. Das war eher Laientheater. Auch am Set sah es anders aus als heute: Wenn man die Tür zuschlug, wackelte die ganze Dekoration“, erinnert er sich im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Schnell sagte er seiner Agentin: „Vergiss es, das ist nichts für mich.“ Die überredete ihn aber zum Casting.

Als er danach das Weite suchen wollte, stand schon der Produzent vor ihm - mit einem Paar Schuhe für die Rolle des „charmanten Schlitzohrs“ Jo Gerner. Bahro hörte auf seine Agentin, die ihm zur Zusage riet, um TV-Erfahrungen zu sammeln. Nach zwei Monaten könne er immer noch aufhören. Der Rest ist bekannt: Seit dem 1. Februar 1993 (Folge 185) ist der 61-Jährige als Gerner zu sehen. Seine Rolle ist mittlerweile eine Serienlegende.

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Schauspielende werden dank „GZSZ“ zu Teeniestars

Am 22. Juni 1998 schauten 6,73 Millionen Menschen die 1500. Folge - das war damals Rekord. Im Rahmen dieser Episode hatte der damalige Ministerpräsident Niedersachsens und spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Gastauftritt. Weitere prominente „GZSZ“-Gäste waren unter anderen Thomas Gottschalk, Hape Kerkeling und eine Band, die 1994 durch ihren Auftritt sogar einen Hype auslöste: die niederländische Boygroup „Caught in the Act“ („Love is Everywhere“). Die beste Einschaltquote der Seriengeschichte fuhr „GZSZ“ am 24. Juni 2002 mit Folge 2500 ein, 7,14 Millionen sahen zu.

Ende der 90er wurde „GZSZ“ zur gefeierten Jugendserie, die Schauspieler sammelten Bravo Ottos und wurden zu Teeniestars, die plötzlich sogar Lieder rausbrachten. „Mir war das fast peinlich, dass das so ein Schema wurde“, erinnert sich Bahro. Aber die Hits stürmten die Charts. Oliver Petszokat („Oli P.“) landete gleich zwei Nummer-1-Hits, seine Debüt-Single „Flugzeuge im Bauch“ war nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die am meisten verkaufte deutschsprachige Single 1998. Auch Jeanette Biedermann und Yvonne Catterfeld starteten durch „GZSZ“ als Sängerinnen durch. Catterfelds Nummer-1-Hit „Für dich“ war 2003 ebenfalls die meistverkaufte deutschsprachige Single des Jahres.

Kurioses über „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

Einem RTL-Sprecher zufolge stehen am Set in Potsdam insgesamt 25.800 Kostümteile zur Verfügung, darunter 480 Paar Schuhe, davon 400 Paar Damenschuhe. Auch in der Maske gibt es einen ordentlichen Verschleiß. Dort werden an den Drehtagen, die übrigens größtenteils zwischen 7 Uhr und 18.45 Uhr stattfinden, jährlich durchschnittlich 8000 Wattestäbchen und 23 Kilo Dreckpuder verbraucht, ein bis zwei Liter Kunstblut, sechs Liter Nagellack und zehn Liter Nagellackentferner.

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Die Schauspieler können beim Autorenteam Themenvorschläge machen - und eingreifen, wenn ihnen Szenen zu abstrus sind. Das komme aber kaum noch vor, wie Bahro erzählt. „Früher hat man die Rollen verbogen, um Geschichten zu machen. Heutzutage achten wir im Drehbuch darauf: Wird die Figur dabei verletzt? Ist das authentisch?“ Die realistische Rollenentwicklung ist für Ulrike Frank, die bei „GZSZ“ seit 20 Jahren Katrin Flemming spielt, ein Grund für den Erfolg, wie sie dpa verrät: „Wir wollen alle gemeinsam glaubwürdige Geschichten erzählen.“ Die Serie sei immer „frisch und aktuell“ geblieben.

„GZSZ“: Jubiläumsfolge in Spielfilmlänge

RTL kündigt an, dass es in der Jubiläumsfolge für Gerner einige „lebensgefährliche Situationen“ zu überstehen gilt. Ein Serientod wäre aber nicht nach Bahros Geschmack. „Ich würde mir beim Ausstieg wünschen, dass Gerner mit seiner Yacht in Richtung Sonnenuntergang fährt. Dann explodiert die Yacht. Alle denken, Gerner sei tot.“ Doch wie das so ist bei einem Seriencharakter, der sogar schon einmal lebendig begraben wurde und überlebt hat, wäre die Geschichte hier nicht zu Ende. „Dann sieht man aus dem Meer ein Periskop herauskommen und weiß, dass Gerner mit einem U-Boot die Flucht gelungen ist. Da denkt sich der Zuschauer dann: ‚Er hat es also wieder geschafft.‘“

RND/dpa

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