Kommentar

VW spielt auch bei der Batterieproduktion um alles oder nichts

Volkswagen startet mit dem Bau seiner Batteriezellfabrik für E-Fahrzeuge in Salzgitter in Niedersachsen. Der Standort des bestehenden Motorenwerks soll um eine eigene Zellproduktion erweitert werden.

Volkswagen startet mit dem Bau seiner Batteriezellfabrik für E-Fahrzeuge in Salzgitter in Niedersachsen. Der Standort des bestehenden Motorenwerks soll um eine eigene Zellproduktion erweitert werden.

Mit der Vision, massenhaft Batterien herzustellen, wären VW-Manager von ihren Chefs vor einigen Jahren noch zum Arzt geschickt worden. Jetzt gründet der Konzern ein eigenes Unternehmen dafür, baut eine riesige Fabrik, plant fünf weitere und will überhaupt zum Batteriespezialisten von der Chemie über die Fertigungstechnik bis zum Recycling werden. Partnerschaften werden geschlossen, Milliarden in Anlagen und Unternehmensbeteiligungen investiert. Es gilt die alte VW-Devise: Wenn der Tanker mal fährt, gibt es kein Halten mehr.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das ist mit einigem Risiko verbunden. Traditionell versteht VW von Zellchemie und -produktion wenig bis nichts, die Partnerschaften sind mit der heißen Nadel gestrickt, und der Start einer Batterieproduktion hat selbst manchen Spezialisten und manche Spezialistin schon unter Stress gesetzt. Es ist kein Wunder, dass außer Tesla kein Neuling an diese Technologie heran wollte – auch VW nicht. Erst als die potenziellen Lieferanten arg selbstbewusst agierten, schwante allen, dass dies der noch gefährlichere Weg wäre.

Riskantes Unterfangen

Nun macht VW aus der Not eine Tugend und erklärt die Stromspeichertechnik zum großen Geschäft. Das Risiko bleibt erheblich, wie in der gesamten E-Strategie spielt der Konzern auch hier um alles oder nichts. Aber wenn es jemand tragen kann, dann dieser Riesenkonzern.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
„Minderleistung einzelner Zellmodule“: VWN in Hannover hat Schwierigkeiten bei der ID.Buzz-Produktion.

Batterieprobleme: VWN muss ID.Buzz-Produktion in Hannover stoppen

Bei Tests sind Mängel an Batterien aufgefallen. Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover hofft darauf, die Fertigung des ID.Buzz nach dem 4. Juli wieder aufnehmen zu können. Bisher wurden rund 500 Fahrzeuge des Elektro-Bullis gebaut.

Wenn es gelingt, wird VW nicht nur die eigene Versorgung sichern und Arbeitsplätze an einem alten Industriestandort, sondern auch ein Milliardengeschäft erschließen – mit der Perspektive auf Abspaltung und Börsengang. Und das Land hätte einen globalen Spieler in einer Zukunftstechnologie – das ist wichtiger denn je.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Salzgitter & weiteres Umland

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken