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Weder Büsche noch Bäume

Forstamt setzt Ziegen ein für die Rasenpflege bei Salzgitter-Bad

Ziegen bei der Beweidung des Kalkmagerrasens im Naturschutzgebiet bei Salzgitter-Bad.

Ziegen bei der Beweidung des Kalkmagerrasens im Naturschutzgebiet bei Salzgitter-Bad.

Salzgitter.Zur Wiederherstellung des Kalkmagerrasens im Naturschutzgebiet Speckenberg südöstlich von Salzgitter-Bad wurden Ende letzten Jahres auf einer 0,8 Hektar großen Fläche Bäume und Sträucher entfernt. Jetzt gilt es, das Ergebnis dieser Pflege- und Entwicklungsmaßnahme zu sichern. „Während hierbei noch schwere Maschinen zum Einsatz kamen, sorgen nun auf insgesamt 2,5 Hektar Rasen- und Gebüschflächen die Ziegen von Dieno Ehlers aus Klein-Mahner dafür, dass die Landschaft nicht wieder verbuscht und dass den Böden Nährstoffe entzogen werden“, sagt Revierleiter Lucas Prescher vom Forstamt Liebenburg.

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Gefördert werden dadurch wertvolle und seltene Arten wie Fransen-Enzian, Gewöhnliches Sonnenröschen und als Orchideenart auch das Stattliche Knabenkraut. Von den trockenwarmen Standorten und der offenen Landschaft des Biotops profitieren auch zahlreiche Insekten. „Der naturschutzfachliche Wert liegt in der dem Standort angepassten mageren Flora sowie der begleitenden sehr seltenen Insektenfauna, die auf diesen steinig-trockenen Flächen klarkommt, während sie auf wüchsigeren Standorten untergeht, das heißt gegenüber den dort üppig wachsenden Arten nicht konkurrenzkräftig genug ist“, erklärt Lucas Prescher. Einige dieser typischen Magerrasenarten kommen nur an diesem Standort im Salzgittergebiet vor.

Erfahrener Tierhalter

Während in den letzten Jahren Galloway-Rinder zur Beweidung eingesetzt wurden, kommen vorwiegend auf den entkusselten Flächen Ziegen zum Einsatz, deren Vorzug gegenüber Schafen und Rindern in einem sehr guten Verbiss der frisch ausgetriebenen Gehölze liegt. Mit Dieno Ehlers konnte ein in der Landschaftspflege erfahrener Tierhalter gewonnen werden, der außer Leineschafen vorwiegend Bunte und Weiße Deutsche Edelziegen zur Beweidung einsetzt und nebenbei auch Milchprodukte und sogar Speiseeis aus dieser extensiven Haltung erzeugt.

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Je nach Aufwuchs und Witterung werden 40 Tiere im Naturschutzgebiet für drei bis vier Wochen anzutreffen sein. Da auch eine Hangfläche im Süden des Naturschutzgebiets beweidet werden soll, wird die Nutzung des Wanderweges zum Kassebusch für eine Zeit lang eingeschränkt sein. Die Besucher werden um Verständnis für die vorübergehende Sperrung durch die Pflegemaßnahme gebeten. Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Salzgitter.

Von Roland Weiterer

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