Öffentliche Förderung zulässig

EU-Kommission gibt grünes Licht für die SALCOS-Hilfe in Salzgitter

1,723 Milliarden Euro liegen bereit: Noch gibt es das SALCOS-Projekt nur als Modell im Besucherzentrum der Salzgitter AG, bis 2025 soll es wahr werden.

1,723 Milliarden Euro liegen bereit: Noch gibt es das SALCOS-Projekt nur als Modell im Besucherzentrum der Salzgitter AG, bis 2025 soll es wahr werden.

Salzgitter. Die EU-Kommission hat den Förderantrag der Salzgitter AG für das Transformationsprogramm SALCOS notifiziert, also die beantragte nationale Beihilfe mit europäischem Recht für vereinbar erklärt. Damit ist eine weitere wesentliche Voraussetzung für die Gewährung der beantragten nationalen Fördermittel geschaffen. Nachdem sich mit der Unterzeichnung einer Verwaltungsvereinbarung durch Ministerpräsident Stephan Weil und Staatssekretär Stefan Wenzel (BMWK), das Land Niedersachsen und die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam zur Förderung von SALCOS bekannt hatten, liegt nun auch die entsprechende Freigabe der EU-Kommission vor.

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Vorbehaltlich einer positiven finalen Prüfung und Entscheidung der nationalen Zuwendungsgeber geht die Salzgitter AG nun davon aus, dass entsprechend der Verwaltungsvereinbarung der Bund bis zu 700 Millionen Euro und das Land Niedersachsen bis zu 300 Millionen Euro beitragen, um das Salzgitter Low CO2 Steelmaking (SALCOS) anzuschieben. Gemeinsam mit den von der Salzgitter AG bereits freigegebenen Eigenmitteln von 723 Millionen Euro wäre die Finanzierung der ersten Ausbaustufe vsichergestellt, teilt der Konzern mit. Diese soll bis Ende 2025 umgesetzt sein.

„Wir sind dankbar für diesen Vertrauensbeweis der politischen Entscheider. Substanzielle öffentliche Förderung und unsere erheblichen Eigenmittel ermöglichen es uns, als Pionier die industrielle Dekarbonisierung in Europa weiter zu beschleunigen“, so Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG. Die Entscheidung der EU zeige, dass das Unternehmen mit der Strategie „Salzgitter AG 2030“ auf dem richtigen Weg sei und auch in schwierigen Zeiten Kurs halte.

Ziel von SALCOS ist es, die Stahlproduktion in Salzgitter in drei Stufen bis 2033 komplett auf eine CO2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Die erste Stufe mit einer Rohstahlkapazität von 1,9 Mio. Tonnen pro Jahr soll bereits Ende 2025 in Betrieb gehen. Im Rahmen der kompletten Transformation werden zwei Direktreduktionsanlagen und drei Elektroöfen errichtet, die dann die Hochöfen und Konverter sukzessive ersetzen. Damit wird die bisher auf Kokskohle beruhende Stahlproduktion von einer neuen wasserstoffbasierten Route abgelöst. So sollen rund 95 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen von etwa acht Millionen Tonnen eingespart werden – etwa ein Prozent der deutschen CO2-Emissionen.

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Von Roland Weiterer

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