Meerdorfer Holz

Eschenfällung: Personelle Konsequenzen gefordert

Ein Foto der abgeholzten Fläche im Meerdorfer Holz im November 2016.

Ein Foto der abgeholzten Fläche im Meerdorfer Holz im November 2016.

Meerdorf. Im Prozess um die Abholzung eines zwei Hektar großen Eschenwaldes im Meerdorfer Holz vor etwa zwei Jahren hatte das Verwaltungsgericht Braunschweig im Oktober der Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stattgegeben: Die Kammer hatte festgestellt, dass die Entscheidung des Landkreises Peine rechtswidrig war, die Rodung der Bäume zu erlauben.

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Genehmigung nachträglich beantragt

„Wann erfolgen personelle Konsequenzen?“, fragt nun der Hohenhamelner Biologe Dr. Reiner Theunert in Richtung Landrat und Kreistag. Die laut Urteil des Verwaltungsgerichts Braunschweig „materiell rechtswidrige“ Befreiung von der „Verordnung Landschaftsschutzgebiet Meerdorfer Holz“ für die Abholzung von zwei Hektar im August 2016 habe der Kreisnaturschutzbeauftragte Joachim Hansmann, zugleich Vorsitzender der Forstgenossenschaft Meerdorf, bei der beim Landkreis Peine zuständigen Sachbearbeiterin Elke Kentner, nachträglich schriftlich am 3. September 2016 beantragt. Diesem Antrag sei am 17. August 2016 bei einer Besprechung im Meerdorfer Holz eine mündliche Zusage von Kentner an Hansmann vorausgegangen.

Theunert kritisiert darüber hinaus, dass das Meerdorfer Holz nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Dies „kann man grundsätzlich nicht losgelöst von dem dort wirkenden Förderverein ’Wald erleben im Peiner Land’ sehen“, so der Biologe. Kentner und Hansmann seien dort Vorstandsmitglieder.

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Umweltverbände frühzeitig beteiligen

Der Landkreis Peine sieht allerdings keinen Anlass, aus dem Urteil personelle Konsequenzen zu ziehen. "Nachdem uns nun das Urteil auch schriftlich vorliegt, haben wir es noch einmal eingehend ausgewertet. Die Rechtswidrigkeit der Eschenfällung im Meerdorfer Holz ergibt sich allein aus dem formalen Mangel, dass die Naturschutzverbände im Vorfeld nicht beteiligt wurden", so Kreissprecher Fabian Laaß.

Dies sei vom Landkreis Peine bereits im Vorfeld eingeräumt worden. Durch diesen formellen Fehler sei auch die Maßnahme rechtswidrig, da hierdurch nicht alle Gesichtspunkte für eine Ermessensentscheidung berücksichtigt werden konnten. Grundsätzliche Erwägungen zum Eschentriebsterben seien vom Gericht nicht problematisiert worden. „Es besteht zwischen allen Beteiligten Einvernehmen, dass der Landkreis Peine die Umweltverbände künftig frühzeitig beteiligt.“

Das Eschentriebsterben

Immer mehr Eschen in Niedersachsen fallen dem sogenannten Eschentriebsterben zum Opfer. Das Eschentriebsterben ist eine Baumkrankheit, die durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz verursacht wird. Eschen in ganz Europa sind betroffen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren breitete sich der Pilz in Niedersachsen schnell und aggressiv aus. Die Esche ist eine beliebte Baumart für Möbelholz. Sie gilt als eine der wichtigsten deutschen Laubbaum-Arten.

Von Mirja Polreich

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