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Wetterbeobachtung

Temperatur in Peine stieg in 20 Jahren um 0,4 Grad

Winfried Domhof hat den Blick nicht nur auf der aktuellen Wetterlage, sondern dokumentiert diese seit 20 Jahren

Winfried Domhof hat den Blick nicht nur auf der aktuellen Wetterlage, sondern dokumentiert diese seit 20 Jahren

Vöhrum. Das muss man dem Wetter lassen: Es gestaltet unseren Alltag stets sehr kreativ, zwingt uns zum Handeln und hält von Zeit zu Zeit besondere meteorologische Einlagen bereit. Während Otto Normalverbraucher diese Art der Natur intensiv wahrnimmt, wenn es „dicke“ kommt, heftet Winfried Domhof in Vöhrum als semiprofessioneller Wetter-Chronist seinen Blick zwar auch auf tief hängende dunkle Wolken und Schneegestöber, vor allem jedoch auf unbestechliche Messgeräte.

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Seiner meteorologischen Verabredung mit dem Januar-Sturmtief „Friederike“ beispielsweise schaute er mit Gelassenheit entgegen, wenn er auch einräumt, dass es seit Herbst 2017 häufiger stürme, als im „langjährigen Mittel“. Ohne diesen Fachbegriff geht es bei ihm nicht, wenn man versucht, ihm statistische Angaben über seine Wetterbeobachtungen zu entlocken, die sekündlich per „Datenlogger“ von seinen Beobachtungsstationen im Garten und Dachfirst via Datenkabel auf seinen Computer übertragen werden.

Mit spezieller Software und seiner speziellen Passion für das Tabellenkalkulationsprogramm Excel wertet der emeritierte Banker das Wann, Wie viel, Wie lange, Wie oft und Was noch alles interessiert wiederum bis hinter die dritte Stelle hinter dem Komma aus. Und so erfährt der interessierte Laie beispielsweise, dass das vergangene Jahr mit einer von Domhof gemessenen Regenmenge von 754 Litern je Quadratmeter zwar relativ feucht war, aber vom Jahr 2007 mit 878 Litern klar übertroffen wurde. Dagegen fielen 2016 nur 530 Liter, während das offizielle „langjährige Mittel“ für die Region 630 Liter betrage.

Wer übrigens den zu Ende gehenden Winter für gefühlt besonders „warm“ hielt, liegt zumindest bisher nicht völlig falsch. Allerdings findet für den Wetterkundler der „Winter“ stets in der Zeit vom 1. Dezember bis zum 28. Februar statt. In Domhofs 20-jähriger Beobachtungszeit ist ihm der Winter 2009/10 mit einer Temperatur von minus 0,9 Grad im Mittel als kältester aufgefallen, während es 2006/2007 mit einem Mittel von 5,6 Grad besonders mild war. Gemessen daran ist es bisher mit einem Mittelwert von 3,9 Grad etwas kühler.

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Auf das allgegenwärtige Reizthema Erderwärmung durch Klimaveränderung verweist der Experte auf langfristige Beobachtungen. Seine 20-jährige Betrachtung stelle zwar nur einen zeitlich geringen Bruchteil dar, habe ihn aber zu dem Ergebnis geführt, dass die Temperatur in Peine in dieser Zeit um alarmierende 0,4 Grad gestiegen sei.

Sturmtief „Friederike“ ist übrigens mit Spitzenböen von 86 Stundenkilometern, also voller Sturmstärke, und 40 Stundenkilometern im Zehn-Minuten-Mittel (womit sie die Windstärke 10 knapp verfehlt hat) längst nur noch eine Zahl in Domhofs Statistik – und einer von vielen kreativen Eingriffen des Wetters in unserem Alltag.

Von Ulich Jaschek

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