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Peiner Schraubenhersteller

PUT-Insolvenz: Ministerium will helfen

In der Krise: Die Peiner Umformtechnik.

In der Krise: Die Peiner Umformtechnik.

Peine.Die 260 Beschäftigten und 22 Azubis der Peiner Umformtechnik (PUT) blicken in eine ungewisse Zukunft: Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass der Schraubenhersteller Insolvenz anmelden muss, ist die Verunsicherung groß. Der Betriebsrat hat deshalb jetzt für kommende Woche eine Informationsveranstaltung für die Belegschaft angekündigt. Unterstützung signalisiert unterdessen das niedersächsische Wirtschaftsministerium.

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„Natürlich haben die Mitarbeiter Angst um ihre Jobs, deshalb wollen wir möglichst umfassend über die Situation und das, was kommt, aufklären“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Uwe Simon. Die Info-Veranstaltung soll zusammen mit der Personalabteilung und möglicherweise der Agentur für Arbeit durchgeführt werden. Diese zahle im Insolvenz-Fall bis zu drei Monate Insolvenzgeld – und damit die Löhne der betroffenen Arbeiter.

Terminiert werde die Veranstaltung erst dann, wenn tatsächlich Insolvenz angemeldet sei, erläuterte Simon. Dies soll gleich Anfang der Woche geschehen. Das hatte der PUT-Generalbevollmächtigte Hartwig Hillert gegenüber der PAZ bestätigt. Der Geschäftsführer der PUT und des Gesellschafters Hanse Industriekapital, Marc Eberle, war auch gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Zur besonderen Situation der 22 PUT-Azubis, die im Zuge eines Ausbildungsverbunds bei der Berufsbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft Landkreis Peine (BBg) angestellt sind, erklärt deren Geschäftsführer Olaf Eckardt: „Ob überhaupt und gegebenenfalls wie die vertragliche Kooperation zwischen PUT und BBg weitergeführt werden kann, ist umgehend nach der Entscheidung des zuständigen Insolvenzgerichts zu regeln. Die BBg-Verantwortlichen stehen natürlich in dieser Phase in engem Kontakt zu den Auszubildenden, werden diese eingehend beraten und bei Bedarf alternative Ausbildungspartner einbeziehen.“

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Der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann erklärte gestern: „Trotz intensiver Verhandlungen und Vermittlungsversuche seitens des Wirtschaftsministeriums, konnten sich Eigentümer, Betriebsrat und IG Metall nicht auf ein gemeinsames Konzept zur Bewältigung der bevorstehenden Insolvenz verständigen. Nunmehr wird am kommenden Montag das Insolvenzgericht darüber zu entscheiden haben, ob eine Insolvenz in Eigenverantwortung möglich oder ein Regelinsolvenzverfahren notwendig ist.“

Sobald diese Entscheidung getroffen worden ist, und die in Zukunft verantwortlichen Personen ihre Arbeit aufgenommen haben, will sich das Wirtschaftsministerium „mit dem zur Verfügung stehenden Förderinstrumentarium an der Investorensuche beteiligen und in den Prozess einbringen“, erklärte Althusmann. „Ziel ist und bleibt es, Peine als starken Automobilzuliefererstandort zu erhalten.“

Wichtigster Schritt sei für die Peiner Umformtechnik jetzt die Suche nach einem strategischen Investor, sagt Simon. Aktuell soll es drei Interessenten geben. Als einer von ihnen wurde in der Betriebsversammlung am Donnerstag das türkische Unternehmen Norm Civata genannt, das wie die PUT Schrauben herstellt und Autozulieferer für Volkswagen ist.

Von Michael Lieb

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