Auftritt

Gilla Cremer brillierte in „Die Dinge meiner Eltern“

Die Schauspielerin Gilla Cremer berührte mit ihrem Stück das Peiner Publikum.

Die Schauspielerin Gilla Cremer berührte mit ihrem Stück das Peiner Publikum.

Peine. Worum geht es? Agnes (Gilla Cremer) steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Hier ist sie aufgewachsen. Ihre Eltern haben 60 Jahre lang dort gewohnt. Nun muss es in sieben Tagen geleert werden. „Meine drei Schwestern waren sich schnell einig, dass das die geeignete Aufgabe für mich ist“, berichtet Agnes. Wo fängt man an?

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„Eine gute Liste und ein umfangreicher Entrümpelungs-Ratgeber von A-Z machen alles einfacher“, hatten ihr die Schwestern geraten. Exakt 17 598 Dinge hatte Agnes in dem vom Dachboden bis zum Keller vollgestopften Haus ihrer Eltern registriert. Von Einmachgläsern bis hin zum steinernen Faustkeil.

An jedem Gegenstand scheint noch so viel Leben zu hängen, ein vertrauter Geruch oder eine Geschichte. Aber wie viele Dinge braucht ein Mensch wirklich? „Zwei: Den Faustkeil und das Smartphone“, stellte Agnes schnell klar.

Erinnerungen springen aus Schubladen

Behalten? Verkaufen? Verschenken? Wegwerfen? Erinnerungen sprangen aus Schubladen und Schränken. Agnes stolperte über Briefe und Tagebücher, die nicht für sie bestimmt waren. „Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg“, hatte ihr ein Entrümpelungs-Profi geraten. Wenn das so einfach wäre.

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Anrührende und komische Momente

Gilla Cremer brillierte in ihrem Solo und nahm ihr Publikum mit auf ihre Reise durch die Erinnerungen an ihre Kindheit in den 60er-Jahren. Ihr gelangt die punktgenaue Balance zwischen anrührenden und komischen Momenten. „Erst kauen, dann schlucken! Ich glaube nicht an den lieben Gott, aber ich vermisse ihn“, waren einige der Aussagen, die sie an ihre Kindheit erinnerten. Am Ende hatte der Tisch die Unterhaltung eingestellt, das Besteck schwieg. Die Dinge hatten ihre Sprache verloren. Agnes hatte den Haushalt aufgelöst. Der vor dem Haus stehende volle Müllcontainer wurde abgeholt. Was blieb sind Erinnerungen.

Lang anhaltender Beifall

Am Ende gab es den verdienten, lang anhaltenden Beifall der Theater-Freunde für diesen gelungenen Abend. Bei einigen Besuchern wurden Erinnerungen an eigene Erlebnisse wach gerüttelt.

Von Eckhard Bruns

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