Experte: „Diese Burgen gab es im Kreis Peine“
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Dr. Markus C. Blaich (links) und Dr. Jens Binner beim Vortrag über Burgen im Kreismuseum.
© Quelle: Eckhard Bruns
Peine. Dr. Blaich gab im Kreismuseum an der Stederdorfer Straße einen kurzen Einblick zur Bandbreite seiner unterschiedlichen Arbeit bei der Erforschung und zum Denkmalsschutz an Burgen und Königspfalzen in Niedersachsen. Auch im Kreis Peine gibt es Nachweise für Burgenfunde. Oft stehen laut dem Experten aus Hannover die Burgen auf einem Berg oder in schwer eindringbaren Geländen. Da es in Niedersachsen auch weite, ebene Flächen ohne Berge gebe, habe man verschiedene, vielfältige Bauweisen angewendet. Auf den Bergen nutzte man vorrangig Steine und Felsen und in den Ebenen Holz, Sand und Steine als Baumaterial. „In Niedersachsen sind rund 1500 Burgen und 38 Königspfalzen verzeichnet. Sie befinden sich im Landes-, Privat-, Klosterkammern- oder Kommunenbesitz. Die Burgenerfassung wird seit rund 100 Jahren im historischen sowie archäologischen Bestand und Zustand und mit den entsprechenden Detail-Daten aktualisiert“, sagte Dr. Blaich.
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Zahlreiche Zuhörer waren gekommen.
© Quelle: Eckhard Bruns
Der Denkmalpfleger versucht mit seinen Mitarbeitern, die Erfassungslücken aufzuarbeiten. Seit 1990 werde dabei verstärkt auf eine moderne Luftbilderfassung und Scanner-Technik gesetzt. „Wir haben das Ziel, die Burgen zu erforschen, ohne unnötig auszugraben. Dadurch können wir eine zusätzliche Zerstörung der Funde vermeiden“, machte Dr. Blaich deutlich. Auch Drohnen mit digitaler Kamera und Wärmebildkamera würden inzwischen vom Landesamt eingesetzt.
Burgenfunde in Peine
Diese Burgenfunde gibt es laut dem Experten im Kreis Peine: „In Ölsburg wurde 1291 die Papenburg als Gegenburg zur Lauenburg in der Nähe der Fuhse errichtet. Reste und Folgen sind auf den Luftbildern zu erkennen. Die Burg und das Rittergut Duttenstedt wurden wohl im 12. Jahrhundert gebaut und später als schlossartige Anlage mit zwei großen Gebäuden ausgebaut. Der endgültige Abriss erfolgte im Jahr 1998. Die Burganlage Peine hat man ebenfalls im 12. Jahrhundert erstellt. Der weitere Ausbau zur Festung erfolgte im 17. Jahrhundert. Heute sind noch einige Reste der Anlage zu sehen.“ Und in Vöhrum sei ebenfalls die Anlage an der Wasserburg nachgewiesen worden. Mittels der auf Luftbildern und bei weiteren Untersuchungen gefundenen Holzpfähle lasse sich als Alter auf 1178 plus/minus sechs Jahre festlegen. Es handele sich um eine Turmhügelburg (Motte). Oberflächig seien keine Reste der Anlage erkennbar. Zum Abschluss gab es lang anhaltenden Beifall für den lebendigen Vortrag von Dr. Blaich.
Von Eckhard Bruns