Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Warnung der Polizei

Betrug in Peine: Falscher Microsoft-Mitarbeiter erbeutet über 50 000 Euro

Symbolfoto: Der unbekannte Täter gab sich am Telefon als „Herr Nixon“ aus. Er forderte die Peinerin auf, ihr eine große Summe an Bargeld zu schicken – und griff später sogar noch aufs Konto der Frau zu.

Symbolfoto: Der unbekannte Täter gab sich am Telefon als „Herr Nixon“ aus. Er forderte die Peinerin auf, ihr eine große Summe an Bargeld zu schicken – und griff später sogar noch aufs Konto der Frau zu.

Peine. Auf eine besonders dreiste Betrugsmasche ist eine Peiner Seniorin hereingefallen: Der Anfang allen Übels war eine Mail, angeblich verschickt vom US-amerikanischen Softwarehersteller Microsoft. Darin ging es um ein Sicherheitsproblem. Die Frau ließ sich darauf ein, was sie teuer zu stehen kam: Letztendlich erbeutete ein Betrüger mehr als 50 000 Euro von der Peinerin.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bereits Ende Februar habe die Seniorin Mails erhalten, die angeblich von Microsoft abgesendet wurden, so Polizeisprecher Matthias Pintak. „Nachdem die Frau eine Mail geöffnet hatte, wurde ihr schriftlich mitgeteilt, dass es offensichtlich Sicherheitslücken auf ihrem Rechner gebe.“ Anfang März bekam die Frau dann einen Anruf mit der amerikanischen Länderkennung und Vorwahl +1 (210). Am anderen Ende der Leitung war ein „freundlich“ wirkender Mann, der sich als „Herr Nixon“ vorstellte. Er teilte der Peinerin mit, dass ihr Microsoft-Konto gehackt worden sei. Für die Sicherung müsse die Frau eine Geldsumme in bar bezahlen.

Erst 14 000, dann noch einmal 20 000 Euro in bar verschickt

Die Frau ging darauf ein, sie hob 5000 Euro von ihrem Konto ab und schickte das Geld an eine Adresse in Berlin. Doch der Anrufer forderte die Frau schnell wieder auf, die Sendung zurückzufordern. „Herr Nixon“ ließ allerdings nicht locker: Kurz darauf kontaktierte der Betrüger die Peinerin erneut. Diesmal forderte er die Frau auf, insgesamt 14 000 Euro in bar an eine Adresse in Hessen zu schicken, was die Seniorin tat.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In einem schriftlichen Kontakt über einen Messenger-Dienst wurde die Frau erneut aufgefordert, Bargeld an eine Kontaktadresse zu versenden. „Herr Nixon“ teilte der Frau mit, dass es bei den Hackern eine heiße Spur gebe und man ihnen auf den Fersen sei. Daraufhin hob die Frau am 8. März wieder eine große Summe – diesmal 20 000 Euro – von ihrem Konto ab und verschickte das Geld an die Kontaktadresse in Hessen.

Täter verschaffte sich auch noch Zugriff aufs Bankkonto der Frau

Später teilte der Betrüger der Seniorin mit, er wolle ihr 20 000 Euro zurücküberweisen. Sie müsse sich jedoch zuvor an ihrem Rechner anmelden. Nach der Anmeldung bekam die Frau zweimal von „Herrn Nixon“ eine Transaktionsnummer (TAN) auf ihr Mobiltelefon übersandt. Das führte aber keineswegs zur Rücküberweisung des Geldes, im Gegenteil: Am 9. März kam es zu zwei unberechtigten Verfügungen vom Konto der Seniorin in Höhe von fast 20 000 Euro.

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein und verdeutlicht die Betrugsmasche, die es nicht nur in Peine gab: „Die Vorgehensweise ist immer identisch. Angebliche Microsoft-Mitarbeiter kontaktierten telefonisch die Geschädigten und erklärten, dass ihr Rechner infiziert oder mit Viren befallen sei oder sogar gehackt wurde“, schildert Pintak. Die „Mitarbeiter“ bieten dann den Geschädigten Hilfe an, verbunden mit der Aufforderung, eine Fernwartungssoftware zu installieren. Durch diese bekommen die Täter Zugriff auf die Rechner und damit auch auf sensible Daten. Für die „Hilfeleistung“ verlangen die Betrüger Geld.

Seriöse Unternehmen nehmen nicht unaufgefordert Kontakt auf

„Sollte ein unaufgeforderter Kontakt zu Ihnen aufgenommen werden, beenden Sie das Gespräch. Seriöse Unternehmen tun so etwas nicht“, betont Pintak. Weiterhin rät er dazu, niemals Bankdaten oder persönliche Kennwörter an Fremde weiterzugeben. Auch sollte nicht zugelassen werden, dass Fremde eine sogenannte Fernwartungssoftware auf dem Rechner installieren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Sollten sie Opfer einer Straftat sein, trennen Sie die Internetverbindung und beenden alle Programme. Anschließend fahren Sie den Rechner herunter“, so Pintak weiter. „Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und ändern alle Passwörter. Versuchen Sie, bereits geleistete Zahlungen über Ihre Bank zurückzufordern. In jedem Fall erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei und sprechen mit Personen ihres Vertrauens über den Vorfall. Rat und Hilfe erhalten Sie jederzeit von der Polizei oder über die polizeiliche Kriminalprävention.“

Von der Redaktion

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.