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Alvesse

Seltene Insekten in den eigenen vier Wänden

Das Geißblatt-Geistchen, fotografiert von Siglinde Kortstock daheim bei Harro Henke.

Das Geißblatt-Geistchen, fotografiert von Siglinde Kortstock daheim bei Harro Henke.

Alvesse.Obwohl der Winter noch nicht vorbei ist, erwachen teilweise schon jetzt die Insekten – und das manchmal auch in Häusern und Wohnungen der Menschen. Um was für Tiere es sich dabei handeln kann und wie mit diesen am besten vorzugehen ist, erklärt der Schmetterlingsexperte Harro Henke aus Alvesse.

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„Bekannt ist manchen Leuten vielleicht die Amerikanische Kiefernwanze, über die in den vergangenen Jahren oft berichtet wurde und die auch bei uns beobachtet werden kann“, sagt Henke. Möglich sei dies am besten im Herbst, wenn die Insekten zum Beispiel auf Dachböden einen Platz zum Überwintern suchen. „Auch auf meinem Grundstück habe ich Amerikanische Kiefernwanzen, und die Tiere werden während Wärmephasen im Winter schon wach, zum Beispiel kürzlich im Januar.“

Geißblatt-Geistchen und Apfelbaum-Spreitflügelfalter

Doch auch ganz seltene Exemplare können sich schon mal in die heimischen vier Wände verirren. Bei Henke war vor kurzer Zeit ein Geißblatt-Geistchen zu Gast – ein Falter mit Flügeln aus einzelnen Federn. „Das ist schon eine echte Rarität“, schwärmt der Schmetterlingsexperte.

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Schmetterlings-Experte: Harro Henke aus Alvesse.

Schmetterlings-Experte: Harro Henke aus Alvesse.

Genau so selten treffe man den Apfelbaum-Spreizflügelfalter, den Siglinde Kortstock bei sich zu Hause fand. Die Obergerin teilt das Interesse für Naturschutz und Insekten mit Henke, beide stehen in regelmäßigem Austausch.

Neulich nahm sie daheim sogar ein Insekt unter die Lupe, das nicht einmal Experten von der Naturschutzbehörde auf Anhieb identifizieren konnten. „Nach längerer Forschung fand ich dann heraus, dass es sich um die Nymphe – also ein Jungtier – einer Echten Käfernzikade handelt, was mir dann auch bestätigt wurde“, sagt Henke. Die beiden Naturschützer beobachteten das nur wenige Millimeter große Tier über einen gewissen Zeitraum und stellten fest, dass sich auf dem Körper des Insekts eine Wachschicht bildete. „Selbst Experten waren ratlos, welchem Zweck diese dienen soll. Gleiches gilt für den Pinsel am Hinterleib der Nymphe – da gibt es nur Spekulationen“, so Henke. „Der Regenwald ist zwar zum größten Teil unerforscht, doch auch vor der eigenen Haustier gibt es Tiere, über die nur wenig bekannt ist.“

Blick auf den Dachboden kann helfen

Aber was genau sollte man denn tun, wenn man im Winter Besuch von seltenen Insekten hat und diese aufwachen? Kortstocks Tipp: „Man kann zum Beispiel mal auf den Dachboden gucken. Da schwirren jetzt wenn es wärmer ist, schon mal Insekten herum, die man bei schönem Wetter rauslassen sollte.“ Wenn es richtig kalt ist, sollte man die sechsbeinigen Besucher aber lieber nicht vor die Tür setzen.

Henke ergänzt, dass es auch Möglichkeiten gebe, Falter zu füttern, beispielsweise mit Honig. Es sei jedoch zu beachten, dass es Falter-Arten gibt, die gar keine Nahrung zu sich nehmen. Vor allem aber sollte man Falter oder auch Zikaden nicht als „Ungeziefer“ betrachten, sondern als interessante und womöglich seltene Tierarten.

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Von Dennis Nobbe

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