Jane Campion reitet um Oscarehren: Krönt die Academy den Netflix-Film „The Power of the Dog“?

Unterwegs gen Oscar? Die Schauspieler Benedict Cumberbatch (links) und Jesse Plemons in einer Szene aus „The Power of the Dog“ .

Unterwegs gen Oscar? Die Schauspieler Benedict Cumberbatch (links) und Jesse Plemons in einer Szene aus „The Power of the Dog“ .

Für Julia von Heinz und ihren hochpolitischen Film „Und morgen die ganze Welt“ war im Vorjahr schon in der Vorauswahl Schluss. Maria Schrader kam nun immerhin eine Runde weiter beim Auslandsoscar: Doch am Dienstag hat die Oscarakademie auch Schraders philosophisch angehauchte Roboterliebesgeschichte „Ich bin dein Mensch“ von der Shortlist gekegelt.

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Geschafft hat es dagegen wieder mal Komponist Hans Zimmer: Der gebürtige Frankfurter holte mit der Filmmusik für das Science-Fiction-Drama „Dune“ die zwölfte Oscarnominierung in seiner langen Hollywoodkarriere. Eine Trophäe hat Zimmer schon seit 1995 für den Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“ in seinem kalifornischen Regal stehen.

Als Favorit für höchste Oscarehren hat sich mit zwölf Nominierungen Jane Campions Spätwestern „The Power of the Dog“ herausgeschält. Die Neuseeländerin setzte sich auch als einzige Frau in der Regiekategorie durch, die bis heute unter ihrer Männerdominanz leidet. Campions Film hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Er läuft unter dem Netflix-Dach.

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Bislang haben die weit mehr als 9000 Stimmberechtigten der Oscarakademie es tunlichst vermieden, den Streamingdienst ganz nach oben aufs Podest zu hieven. Die Trophäe für den besten Film des Jahres konnte Netflix noch nie einheimsen. Nun stehen die Chancen besser denn je.

Oscarakademie kämpft gegen ihren Bedeutungsverlust

Oder könnten doch noch andere Werke ganz vorn landen? Immerhin zehn Nominierungen erhielt „Dune“ des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve (der in den USA allerdings auch bei der Streamingplattform HBO Max lief). Steven Spielbergs Musical „West Side Story“ und auch Kenneth Branaghs Schwarz-Weiß-Drama „Belfast“ haben jeweils sieben Gewinnchancen. Gerade Branaghs persönlicher Film über seine Kindheit in Belfast könnte für eine gehörige Überraschung taugen. Und dann ist da noch der japanische Beitrag „Drive my Car“ von Ryusuke Hamaguchi, der zumindest in der Vorauswahl mit gleich vier Nominierungen in wichtigsten Kategorien aufhorchen lässt.

Wichtig ist auch das Gelingen der Show selbst. Die Oscarakademie kämpft gegen ihren Bedeutungsverlust an – auch wenn sie nach allerlei Reformbemühungen keinesfalls einen Niedergang wie die wegen Korruption und Rassismus abgestraften Golden Globes befürchten muss. Und dennoch: Im Vorjahr wollten die Oscargala weniger als zehn Millionen Fernsehzuschauer sehen, 2020 waren es noch doppelt so viele.

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Jetzt fragt sich halb Hollywood, ob das nur an der Pandemie lag. Für Starglanz dürfte Ende März gesorgt sein. Bei den Hauptdarstellerinnen sind Kristen Stewart („Spencer“), Jessica Chastain („Eyes of Tammy Faye“), Olivia Colman („The Lost Daughter“), Nicole Kidman („Being the Ricardos“) und Penélope Cruz („Parallele Mütter“) auf Oscarkurs. Den Preis für den besten Hauptdarsteller machen Will Smith („King Richard“), Benedict Cumberbatch („The Power of the Dog“), Denzel Washington („Macbeth“), Javier Bardem („Being the Ricardos“) und Andrew Garfield („Tick, Tick…Boom!“) unter sich aus.

Endlich soll am 27. März auch wieder ein Gastgeber oder eine Gastgeberin auf die Oscarbühne treten. Könnte ja sein, dass Hollywoods Elite eine tröstende Ansprache braucht.

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