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Kinofilm über deutschen Künstler

Auf den Spuren eines Malers: das komplexe Leben des Heinrich Vogeler

Szene aus „Heinrich Vogeler - Aus dem Leben eines Träumers".

Für viele ist Heinrich Vogeler immer noch der Märchenprinz aus Worpswede, eine Ikone des Jugendstils. Doch sein Leben und sein Werk ist wesentlich komplexer, aufregender und widersprüchlicher, wie Marie Noëlle in „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ zeigt. Ihr Film arbeitet mit Dokumentar- und Spielfilmelementen und kommt pünktlich zu Vogelers 150. Geburtstag Ende dieses Jahres nun in die Kinos.

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Die Spielfilmszenen sind mit Florian Lukas, Anna-Maria Mühe, Johann von Bülow und Samuel Finzi prominent besetzt, wirken zuweilen jedoch versponnen und kollidieren mit den betont sachlichen Aussagen. Zu Wort kommen etwa der Schriftsteller Klaus Modick, Vogelers Sohn und seine Urenkelin sowie eine Psychoanalytikerin.

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Der Film erzählt chronologisch die Lebensgeschichte nach, was allerdings in 90 Minuten kaum zu schaffen ist. Es geht schließlich um persönliche Dramen, historische Katastrophen, das Worpsweder Idyll, eine psychiatrische Erkrankung und zwei Weltkriege.

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In der Künstlerkolonie Worpswede schloss sich Vogeler der Gruppe um Otto Modersohn an. Er erwarb ein beeindruckendes Gutshaus, den Barkenhoff, und baute ihn nach seinen Vorstellungen um. Architektur und Inneneinrichtung stellen heute ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils dar. In Worpswede traf Vogeler Rainer Maria Rilke, heiratete seine erste Frau Martha und verlor sie wieder. Später schenkte er das Haus als überzeugter Sozialist den Arbeitern und Bauern.

Die Jahre in Worpswede nehmen im Film viel Raum ein – es geht um Vogelers frühes Schaffen, erste kommerzielle Erfolge und reiche Mäzenen, aber auch um künstlerische Krisen. Später begleiten wir Vogeler auf der Suche nach neuen Anregungen nach Paris, wo er August Rodin traf. Vogeler half ebenso, das schmale Werk der früh verstorbenen Paula Modersohn-Becker bekannt zu machen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich zur Armee, wo er Kriegsfotograf und auch Kriegsmaler war. Die Schrecken des Krieges konnte er nicht verarbeiten. Er landete in der Psychiatrie. Dank seiner Berühmtheit genoss er dort allerlei Privilegien.

Nach seiner Entlassung sah er in der inzwischen entstandenen Sowjetunion eine letzte große Utopie. Er ging nach Moskau und wollte helfen, eine soziale gerechte Welt aufzubauen, wurde aber bald mit dem aufkommenden stalinistischen Terror konfrontiert. Die einsetzenden Verfolgungen und Verhaftungen erlebte er am eigenen Leib, als er nach dem Beginn des Russlandfeldzugs wie viele Deutsche deportiert wurde. Entkräftet starb er 1942 in einer kasachischen Kolchose. Leider wird dieses Kapitel nur recht kurz behandelt.

Insgesamt überhebt sich der Film ein wenig an seinem überreichen Material. Stark bebildert ist Vogelers spannende Geschichte alle Mal. Manche Lebensthemen Vogelers haben bis heute nicht an Brisanz verloren.

„Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“, Regie: Marie Noëlle, mit Florian Lukas, Anna-Maria Mühe, 90 Minuten, FSK 12

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