Oscar für besten Film

Überraschungserfolg „Coda“: Darum geht es in dem Film

(L-R) Eugenio Derbez, Sian Heder, Marlee Matlin, Troy Kotsur, Emilia Jones, Daniel Durant and Amy Forsyth sind Teil der Filmcrew von ‘CODA’.

(L-R) Eugenio Derbez, Sian Heder, Marlee Matlin, Troy Kotsur, Emilia Jones, Daniel Durant and Amy Forsyth sind Teil der Filmcrew von ‘CODA’.

Los Angeles. Schon vor einem Jahr war der kleine Independent-Film „Coda“ begeistert gefeiert worden. Beim Sundance Film Festival für unabhängige Produktionen, abseits von Hollywood, holte die Tragikomödie neben dem Grand-Jury-Preis auch den Zuschauerpreis sowie die Auszeichnungen für Regie und die Ensemble-Besetzung. Doch US-Regisseurin Siân Heder hatte schwer darum kämpfen müssen, sich mit einer Story über Gehörlose Gehör zu verschaffen. Erst jetzt, mit drei Oscars, darunter als „Bester Film“, hat der Film, der beim Streaming-Anbieter Apple TV+ läuft, weltweite Aufmerksamkeit.

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Öffnet Augen für Welt gehörloser Menschen

Das berührende Feelgood-Movie bringt zum Lachen und zum Weinen und geht ans Herz. Mehr noch: der Film öffnet Augen und Ohren für die kaum bekannte Welt gehörloser Menschen. Coda bezeichnet nicht nur den ausklingenden Teil eines Musikstücks, sondern steht auch für „child of deaf adults“, also „Kind von gehörlosen Erwachsenen“. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Ruby (Emilia Jones), die die einzige Hörende einer Fischerfamilie ist. Ein Großteil ihres Alltags besteht darin, als Dolmetscherin für ihre Eltern und ihren Bruder aufzutreten. Damit ist sie für die Familie unerlässlich.

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Doch eines Tages wird sie vor die Wahl gestellt, ihre eigenen Träume ausgerechnet als Sängerin zu verwirklichen oder die in sie gesteckten Erwartungen als CODA zu erfüllen. Ihren Musiklehrer und Förderer spielt Eugenio Derbez, ihren Mitschüler und angehenden (um sie kämpfenden) Freund Ferdia Walsh-Peelo.

Erster gehörloser Schauspieler mit dem Nebenrollen-Oscar ausgezeichnet

Als Mutter ist Oscar-Preisträgerin Marlee Matlin („Gottes vergessene Kinder“) zu sehen, den Bruder Leo mimt der ebenfalls tatsächlich gehörlose Daniel Durant. Doch die packendste Rolle hat Troy Kotsur als Vater und Seebär Frank, der nun als erster gehörloser Schauspieler mit dem Nebenrollen-Oscar ausgezeichnet wurde.

Der behutsame und amüsante Film, der bis in die kleinste Rolle toll besetzt ist, erzählt eindrücklich von Gehörlosen, aber eben nicht Hilflosen. Ergreifend sind die Szenen, in denen nichts zu hören ist. Als Zuschauer wird man so in die Welt der Gehörlosen versetzt, muss Untertitel mitlesen und Handzeichen anschauen. Das ist stellenweise äußerst witzig, wenn Vater Frank sich zu Sex und Verhütung äußert oder in Gebärdensprache schimpft und flucht.

Es ist berührend, etwa wenn die Eltern ein Konzert ihrer Tochter besuchen, aber nur an der Begeisterung des Publikums ablesen können, wie bezaubernd das Mädchen singt. Der Film, voller Menschlichkeit und Wärme, ist eine Coming-of-Age-Geschichte, aber auch ein Musikfilm mit dem Tiefgang eines Sozialdramas.

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Regisseurin Heder hat „Coda“ in einem Fischerdorf an der US-Ostküste angesiedelt. Der Stoff ist nicht neu - als Vorlage diente ihr die französischen Komödie „Verstehen Sie die Béliers?“ von 2015, die auf einem Bauernhof spielt. Heder gewann auch für ihr adaptiertes Drehbuch einen Oscar. Von dem Original-Streifen, ein Kassenhit in Frankreich, setzt sich „Coda“ aber in einem ganz wichtigen Punkt ab. Die Hauptrollen in „Verstehen Sie die Béliers?“ gingen an hörende Schauspieler, während Heder alle gehörlosen Charaktere auch mit gehörlosen Darstellern besetzt.

RND/dpa

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