Umfrage: Weltweit haben Menschen Angst vor dem Klimawandel

Waldbrände nach einer historischen Hitzewelle und Dürre in der Türkei im Jahr 2021.

Waldbrände nach einer historischen Hitzewelle und Dürre in der Türkei im Jahr 2021.

Wie denken Menschen weltweit über den Klimawandel, welche Sorgen haben sie und was sind sie selbst bereit, dagegen zu tun? Antworten darauf gibt eine repräsentative Umfrage mit 17.000 Teilnehmenden in 17 Ländern, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Vodafone Instituts durchgeführt hat.

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Wie die Auswertung der Befragung zeigt, ist die Sorge vor den Folgen des Klimawandels in jedem Fall weltweit verbreitet. So hielten 27 Prozent der Befragten die globale Erwärmung für eine „sehr große Bedrohung“, 37 Prozent hielten sie für eine „ernste Bedrohung“. Nur 5 Prozent der Befragten gaben an, ihrer Meinung nach sei die Erwärmung „überhaupt keine Bedrohung“. In so gut wie allen teilnehmenden EU-Ländern waren mehr als 60 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass die globale Erwärmung eine „sehr große oder zumindest ernste Bedrohung“ darstellt, mit Ausnahme von Schweden, wo das nur 51 Prozent der Befragten glaubten. Auch in den USA hält nur die Hälfte der Bevölkerung die Erderwärmung für eine „sehr große oder ernste Bedrohung“.

Bereit, nachhaltiger zu konsumieren

Bei der Bereitschaft, mehr Geld für eine umweltverträglichere Art von Konsum auszugeben, gab es Unterschiede zwischen dem globalen Norden und Süden. Obwohl der Süden sozioökonomisch schlechter gestellt ist, war diese Bereitschaft dort höher als in den Industrienationen auf der Nordhalbkugel. So gaben 85 Prozent der Befragten im globalen Süden an, mehr Geld für nachhaltigere Produkte ausgeben zu wollen: im Gegensatz zu 57 Prozent in den USA, 60 Prozent in Großbritannien und 62 Prozent in Schweden. Nur 20 Prozent der Briten und Britinnen gaben beispielsweise an, sie würden „definitiv“ mehr für nachhaltige Produkte ausgeben wollen, aber 57 Prozent der Kenianer.

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Gefragt wurde auch danach, wer für die Kosten der Erderwärmung aufkommen soll. 26 Prozent der Teilnehmenden der Umfrage sahen hier in erster Linie ihre Regierungen in der Pflicht, 19 Prozent in erster Linie die Unternehmen und nur 5 Prozent in erster Linie die Bürger und Bürgerinnen. Ein großer Teil von 45 Prozent der Befragten sah es als gesamtgesellschaftliche Verantwortung, für die Folgen des Klimawandels zu zahlen. Sie stimmten der Aussage zu, dass sowohl Unternehmen als auch einzelne Bürger und der Staat gemeinsam für die Kosten aufkommen sollten.

Strengere Maßnahmen gewünscht

Eine weitere Frage lautete, von wem die Menschen am ehesten erwarteten, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Die Hauptverantwortung zum Handeln sah die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) demnach bei ihrer jeweiligen Landesregierung, gefolgt von globalen Organisationen (40 Prozent) sowie Unternehmen und Privatpersonen (39 Prozent). Die Frage, ob ihre Regierung strengere Maßnahmen ergreifen müsse, beantworteten 80 Prozent der Befragten mit „definitiv“ oder „vielleicht“, nur in den USA war die Zustimmung mit 62 Prozent deutlich geringer. Als Maßnahmen, die ergriffen werden sollten, nannte jeweils etwa ein Drittel der Befragten eine strengere Regulierung der Industrie, Maßnahmen um die Biodiversität zu schützen sowie Maßnahmen für eine nachhaltige Landwirtschaft.

In einem Vorwort zur Studie wird auf mögliche äußere Einflüsse auf die Befragung hingewiesen. So war die Umfrage im September und Oktober 2021 durchgeführt worden, in einer Zeit, in der es in verschiedenen Teilen der Welt wetterbedingte Katastrophen wie Überflutungen und Brände gegeben hatte. Insbesondere die Türkei sei damals stark betroffen gewesen und in der Türkei war die Angst vor den Folgen des Klimawandels in der Befragung besonders groß.

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Betont wird in der Veröffentlichung auch, dass es in einigen reicheren Ländern, wie zum Beispiel Schweden, weniger Ängste gab als in vielen ärmeren, südlichen Staaten. Dies lasse sich dadurch erklären, dass die Folgen des Klimawandel in solchen Länder meist weniger spürbar sind und mögliche Schäden finanziell besser bewältigt werden können. Deshalb habe zuletzt etwa der indische Premierministers Narendra Modi von den reichen Ländern Unterstützung für ärmere Staaten fordert, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

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