Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Corona-Fälle beim Personal: Klinikum muss Stationen schließen

Trotz der aktuell sinkenden Fallzahlen ist die Belegschaft in den Kliniken durch die Nachwirkungen der Pandemie weiter belastet.

Trotz der aktuell sinkenden Fallzahlen ist die Belegschaft in den Kliniken durch die Nachwirkungen der Pandemie weiter belastet.

Kiel/Lübeck. Wegen einer Zunahme der Corona-Fälle in der Belegschaft muss ein Krankenhaus in Schleswig-Holstein seinen Betrieb zum Teil herunterfahren. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) schließt an den beiden Standorten Kiel und Lübeck Stationen. „Ebenso ist, wie im ganzen Land, das Patientenaufkommen in der Notaufnahme und in der stationären Versorgung erheblich gestiegen“, teilte das Klinikum am Mittwoch mit. „Wir haben in den Kliniken fast flächendeckend hohe Personalausfälle bei gleichzeitig hohem Patientenaufkommen“, sagt Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein gegenüber den Lübecker Nachrichten. Demnach berichten Kliniken zudem, dass „offenbar auch viele Arztpraxen an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit sind, da viele Patientinnen und Patienten in die Notaufnahmen kommen, die dort eigentlich nicht hingehören“.

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Versorgungslage landesweit angespannt - auch in anderen Bereichen

Das Uniklinikum kündigte an, dass es zu Wartezeiten und Einschränkungen in der Versorgung planbarer, nicht verschiebbarer Eingriffe oder von Arztbesuchen kommen werde. Gegebenenfalls sollen zudem vorerst nur noch dringliche, nicht verschiebbare Operationen erfolgen. Den Mitarbeitern wurden alle Dienstreisen bis auf weiteres untersagt. „Es werden alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Kliniken und Notaufnahmen gebraucht, um relevante akute Erkrankungen mit dem vorhandenen Personal versorgen zu können.“

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„Insgesamt ist die Lage in den Kliniken landesweit sehr angespannt“, erklärte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU). „Das liegt auch am generell hohen Krankenstand, der die Mitarbeitenden der Krankenhäuser besonders betrifft.“ Wer krank oder infiziert ist, sollte zu Hause bleiben, um die Weitergabe der Infektion zu bremsen. Von der Decken rief dazu auf, bei einer Corona-Erkrankung auch nach der fünftägigen verpflichtenden Isolation zu Hause zu bleiben, wenn ein Selbsttest weiterhin positiv ist oder wenn weiter Symptome vorliegen.

Von einer angespannten personellen Situation bei der Patientenversorgung berichtete auch die Landeshauptstadt Kiel. Betroffen seien außer dem Uniklinikum auch die Feuerwehr, das Städtische Krankenhaus, das Lubinus Clinicum und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Auch am Städtischen Krankenhaus müssen Operationen verschoben werden, die nicht unbedingt jetzt vorgenommen werden müssen. Die Lage sei sehr angespannt, gab die Stadt an. Die Notfallversorgung sei gewährleistet.

Diverse Maßnahmen sollen Notfallversorgung weiterhin gewährleisten

Im Lubinus Clinicum mussten aufgrund des Personalmangels zwei Stationen und drei Operationssäle geschlossen werden, die Notfallversorgung sei aber vollständig gesichert, hieß es. Alle Kliniken riefen dazu auf, erprobte Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Infektion wieder sehr ernst zu nehmen und mit jeder nicht hochbedrohlichen Erkrankung die Notaufnahmen zu meiden. Im Kieler Rettungsdienst können die personellen Engpässe durch Personalverschiebungen innerhalb der Berufsfeuerwehr noch kompensiert werden. „Wer eine Operation verschieben kann, sollte es derzeit tun“, erklärte der Kieler Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken. „Nicht zwingend notwendige Arztbesuche sollten ebenfalls verschoben werden.“

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Um dem Personalmangel entgegenzuwirken plädiert der Lübecker Infektiologe Prof. Dr. Jan Rupp dafür, die Absonderungsregeln zu überdenken, so die Lübecker Nachrichten. Derzeit falle so viel Personal aus, „dass die Versorgungsqualität und vor allem die Notfallversorgung in den kommenden Wochen kaum aufrecht zu erhalten sein wird, wenn nicht die Regeln angepasst werden“. Deswegen seien beispielsweise für alle UKSH-Mitarbeiter ab Donnerstag Dienstreisen bis auf weiteres untersagt, so die Lübecker Nachrichten. Es würden alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Kliniken und Notaufnahmen gebraucht um akute Erkrankungen zu versorgen und Folgeschäden durch verspätete Behandlungen zu verhindern.

RND/dpa

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