In NRW und Sachsen

Akuter Mangel an Blutkonserven – DRK ruft dringend zu Spenden auf

Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) darf prinzipiell jeder Blut spenden, der fit und gesund ist. Ein paar Regeln gibt es aber dennoch zu beachten.

Ratingen/Bonn/Dresden. Blutspendedienste schlagen Alarm: Wegen eines akuten Mangels ruft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dringend zum Blutspenden auf. „Wir können die Anforderungen der Kliniken derzeit nicht mehr erfüllen“, sagte der Sprecher des DRK West, Stephan David Küpper. Bei einigen Blutgruppen reichten die Bestände nur noch für ein bis zwei Tage – statt der benötigten fünf bis sechs Tage. Auch der Blutspendedienst der Uniklinik Bonn sprach von einer angespannten Versorgungssituation.

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„Damit wir auch weiterhin alle Patientinnen und Patienten bei Operationen mit Blut versorgen können, sind wir dringend auf Hilfe angewiesen“, sagte Prof. Johannes Oldenburg, Direktor des Instituts für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin. „Derzeit sind sogar die Reserven für Notfälle knapp.“ Besonders Konserven der Blutgruppe 0, die als Universalspende für jede andere Blutgruppe genutzt werden könnten, würden benötigt.

Wenig Blut auch in Sachsen

Der DRK-Blutspendedienst Nordost zeichnete für Sachsen vor einigen Tagen ein ähnliches Bild ab. „Die Situation ist sehr, sehr angespannt, aber wir sprechen noch nicht von Engpass“, sagte Kerstin Schweiger vom DRK auf Anfrage. Zugleich steige der Bedarf in den Krankenhäusern, wo seit den Lockerungen viele verschobene Operationen nachgeholt werden. Seit Wochen werde daher alles getan, um für das Thema Blutspende zu sensibilisieren und neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen. „Im Moment zählt jeder Tropfen.“

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Gründe seien laut Schweiger sowie Küpper die Osterferien, das gute Wetter sowie die derzeitige Corona-Lage. Auf der einen Seite werden aktuell viele Maßnahmen zurück gefahren und viele Menschen hätten zunächst mal etwas anderes vor, als Blut spenden zu gehen. Auf der anderen Seite erschwere auch das Virus selbst noch immer das Blutspenden. „Infizierte dürfen bis zur vollständigen Ausheilung nicht zur Blutspende, das sind vier Wochen,“, erklärt Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nordost. Auch deren Kontaktpersonen fielen aus. Bei Blutspendeterminen gilt derzeit die 3G-Regelung – Zutritt erhalten ausschließlich Menschen, die den Status vollständig geimpft, genesen oder getestet vorweisen können.

„Die Spender-Basis bröckelt“

Doch vor allem sei es schwierig, spendenden Nachwuchs zu gewinnen. „Das Grundproblem ist, dass wir eine so niedrige Zahl regelmäßiger Blutspender haben, dass sich jede Art von Verwerfung sofort negativ auswirkt“, meinte Küpper. In NRW beispielsweise gingen etwa 280.000 Menschen regelmäßig – also mindestens dreimal pro Jahr – beim DRK Blut spenden. Das sei gemessen an der Einwohnerzahl und dem Bedarf der Kliniken viel zu wenig.

„Die Spender-Basis bröckelt permanent“, sagte Küpper. Treue Spenderinnen und Spender aus der Generation der „Babyboomer“ blieben aus Altersgründen nach und nach weg – aber es kämen kaum neue Spenderinnen und Spender nach. Dieses Problem werde sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch verschärfen, befürchtet Küpper.

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RND/dpa/mr

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