Geländewagenikone elektrisch

Jeep Avenger: Beim Strom fangen die Amis ganz klein an

Der neue Jeep Avenger – der erste Jeep, der rein elektrisch unterwegs ist.

Der neue Jeep Avenger – der erste Jeep, der rein elektrisch unterwegs ist.

Von einer US‑Marke, die ausschließlich robuste Geländewagen und SUV produziert und dies seit 80 Jahren, erwartet man eigentlich kein elektrisches Modell im Miniformat. Doch genau das ist geschehen. Der Jeep Avenger misst nur 4,08 Meter und fährt damit im Segment der beliebten City-SUV. Er stößt also zum Peugeot e‑2008, Opel Mokka‑e sowie DS3 Crossback E‑Tense. Die drei sind so etwas wie seine Brüder. Denn auch die Marke Jeep gehört seit Anfang vorigen Jahres zum Stellantis-Konzern.

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Was lag da näher, als sich bei der Konzeption des Avenger aus dem technischen Fundus der neuen Mutter zu bedienen? Fertig entwickelt war eine Plattform, die bestens zu einem elektrischen Mini-SUV passt, die e‑CMP2. Ursprünglich sollte der Avenger die Technik des elektrischen Fiat 500 erhalten. Doch die hätte zu stark modifiziert werden müssen. „Zudem wollten wir unbedingt die knackigen Proportionen der Avenger-Studie erhalten“, verrät der oberste Designchef Ralph Gilles. Am Avenger fallen die kurzen Überhänge auf, die großen Räder unter den recht wuchtigen Kotflügeln sowie die ungewöhnlich hohe Bodenfreiheit von 20 Zentimetern. All dies lässt den Avenger proper und solide auf seinen Rädern stehen.

Staufächer für 580 Tischtennisbälle

Hinter dem Lenkrad zeigt sich ein völlig eigenständiges, voll digitales Cockpit, das nichts mit jenem der Konzernbrüder zu tun hat. Glücklicherweise ließen die Designer noch einige „Hard Keys“ da, um wenigstens bei den wichtigsten Bedienfunktionen nicht ständig auf dem Touchscreen herumfummeln zu müssen. Stolz ist man bei Jeep, dem Avenger das größte Volumen an Ablagen und Staufächern gegeben zu haben. Ralph Gilles spricht von 580 Ping-Pong-Bällen. Man hat sich intern wohl einmal den Spaß gemacht, dies auszutesten. Besser vorstellbar ist allerdings die klassische Angabe: 34 Liter.

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Charakteristisches Antlitz: Auch der elektrische Avenger kann seine Herkunft nicht verhehlen.

Charakteristisches Antlitz: Auch der elektrische Avenger kann seine Herkunft nicht verhehlen.

Die Platzverhältnisse im Avenger sind nur auf den Vordersitzen ausreichend, hinten kneift es etwas, zumindest für Erwachsene. Aber hier sollte man sich ins Gedächtnis rufen, der Mini-Jeep ist klein, Raumwunder sind daher nicht zu erwarten. Der Kofferraum misst Segment-durchschnittliche 380 Liter und hat einen höhen­verstellbaren Boden. Das Maß bei vollständig umgelegten Lehnen wollte uns Jeep noch nicht nennen, spricht jedoch von 2443 Gummientchen. Ein Blick in die technischen Daten des Opel Mokka‑e hilft hier vielleicht weiter: 1060 Liter. Auf diesem Niveau dürfte sich auch der Avenger bewegen.

Elektrische Reichweite: 390 Kilometer

Für den Käufer wichtige Eckdaten sind natürlich jene rund um die Batterie. Im Boden des kleinen Jeep stecken 17, etwa schuh­karton­große Akkumodule, die zusammen eine Kapazität von 54 kWh erreichen. Damit soll der Avenger bis zu 390 Kilometer nach dem WLTP-Zyklus schaffen. Im Alltag dürften es um die 300 sein, legt man den kombinierten Stromverbrauch von 15,7 kWh/100 km zugrunde. Als Kompensation kann der Avenger an der DC‑Ladesäule wenigstens mit bis zu 100 kW Leistung geladen werden. Jeep verspricht, von 20 auf 80 Prozent der Kapazität dauert es nur 24 Minuten.

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Der Elektromotor sitzt an der Vorderachse und treibt auch nur diese an. Zum Einsatz kommt die ganz neue Motor­entwicklung mit 115 kW Leistung, wie sie jetzt auch im modell­gepflegten Peugeot e‑208 steckt. Zuvor waren es 100 kW. Das Drehmoment hat man bei 260 Newtonmetern belassen. Mit dieser Kombination sollte der Avenger souverän unterwegs sein, zumal das Drehmoment elektrotypisch aus dem Stand heraus zur Verfügung steht. Kleiner Wermutstropfen: Der Avenger ist mit 1541 Kilogramm kein Leichtgewicht, knapp 340 Kilogramm gehen allein auf das Konto der Batterie. Die Allradvariante 4×e dürfte die 1600-Kilo-Marke anpeilen. Sie hat zusätzlich einen Elektromotor an der Hinterachse und soll vermutlich Ende 2023 zu haben sein.

Auch wenn der Avenger den neuen Einstieg in die Welt von Jeep darstellt, ein Verzichtsmodell ist das kleine SUV noch lange nicht. Im Gegenteil. Alle Versionen verfügen über ein hochmodernes Info­tainment­system und ein ganzes Bündel von Assistenz­systemen. Dazu zählen Level‑2-Autonomie, Erkennung von Verkehrszeichen, Fußgängern und Radfahrern, Toter-Winkel-Warner, Spurhaltung und eine Rückfahrkamera mit Drohnenansicht.

Auch die Rückansicht des SUV zeigt die Familienzugehörigkeit des SUV deutlich.

Auch die Rückansicht des SUV zeigt die Familienzugehörigkeit des SUV deutlich.

Ziel: der bestverkaufte Jeep in Europa

Starten soll der Avenger bei knapp unter 30.000 Euro, wobei hier die neue 2023-Förderung schon abgezogen ist. In Vollausstattung wird sich der kleine Ami der 40.000-Euro-Marke nähern. Locken will Jeep die ersten Kunden mit einer speziellen und besonders exklusiv ausgestatteten „1st Edition“, wie es in der Branche bei ganz neuen Modellen oft üblich ist. Das Angebot gilt allerdings nur bis zum 30. November. Die Reservierung erfolgt übers Internet.

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Äußerst selbstbewusst gibt sich Jeep, was die Absatzziele betrifft. Designchef Gilles bezeichnet den Avenger als „Game Changer“ und ist der festen Überzeugung, dass dieses Auto in Europa der meistverkaufte Jeep überhaupt wird.

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