Halbleiter-Engpässe und Corona

Nissan Ariya – Strompionier bringt Crossover mit Verzögerung

Futuristische Anmutung: Der Crossover Ariya des japanischen Elektropioniers Nissan kommt in den nächsten Wochen auf den deutschen Markt.

Nissan und Elektromobilität? Das gehört seit mehr als zehn Jahren untrennbar zusammen. Mit dem Leaf hatten die Japaner 2010 das erste Großserien-E-Auto auf den Markt gebracht. Das Kompaktmodell war zeitweise der bestverkaufte Stromer weltweit. Weit über eine halbe Million Einheiten sind vom Leaf, der längst in zweiter Generation fährt, bislang produziert worden.

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Umso verwunderlicher, dass sich Nissan, als einer der Elektropioniere, so viel Zeit gelassen hat, ein trendiges E-SUV auf die Räder zu stellen. Immerhin gab schon 2017 ein Concept Car namens iMX einen ersten Hinweis darauf. 2019 zeigte man schließlich den Ariya als Studie. Aber es sollten nahezu weitere drei Jahre vergehen, bis die Serienversion endlich ausgeliefert wird. Begründet wird die Verzögerung mit Halbleiter-Engpässen. Erschwerend hinzu kamen sicher die Covid-Pandemie und Probleme in den weltweiten Lieferketten.

Der Ariya muss sich gegen acht Konkurrenten behaupten

Der Verzug bereitet Nissan allerdings keine Sorge, selbst wenn es mittlerweile diverse Konkurrenzmodelle gibt. VW hat den ID.4 auf der Straße, lässt demnächst die Coupé-Variante ID.5 folgen. Konzernschwester Škoda wartet mit dem Enyaq iV auf, als Steilheck und als Coupé. Aus Korea kommen der Hyundai Ioniq 5 und der Kia EV6. Tesla hat sein Model Y und Toyota ist ab Juni mit dem SUV bZ4X dabei.

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Wie die genannten Wettbewerber basiert auch der Nissan Ariya auf einer eigens dafür entwickelten Elektroplattform. Sie nennt sich CMF-EV und ist ein Produkt der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi. Solche reinen E-Architekturen haben den Vorteil, dass sie bei gleicher Grundfläche wie ein Verbrennerfahrzeug mehr Platz im Innenraum bieten und eine größere Batterie im Boden aufnehmen können, als dies der Fall wäre, hätte man eine konventionelle Plattform nur umgebaut. Das wäre zwar günstiger gewesen, aber nicht fortschrittlich.

Der Ariya misst 4,60 Meter in der Länge bei einem Radstand von 2,78 Metern, platziert sich damit in der Mittelklasse. Weil auch der früher übliche Mitteltunnel fehlt, fühlen sich Insassen bequem untergebracht. Die Beinfreiheit auf der Rücksitzbank ist selbst für Erwachsene gut. Hinter ihnen bleibt ein Kofferraum von 468 Litern (Allrad: 415 Liter). Umgelegte Rücksitzlehnen erweitern das Ladevolumen auf 1775 Liter. Das ist sogar mehr als im Škoda Enyaq iV.

Batterie in zwei Größen

Um möglichst ein breites Kundenspektrum abzudecken, bietet Nissan den Ariya mit unterschiedlichen Antrieben und Batteriegrößen an. Die Einstiegsversion hat 63 kWh Kapazität, kommt 403 Kilometer weit und ist mit 160 kW/218 PS als Fronttriebler unterwegs. Wer die größere Batterie mit 87 kWh wählt, fährt automatisch mit 178 kW/242 PS und schafft über 500 Kilometer.

Mehr Leistung, mehr Traktion, mehr Gewicht, mehr Kosten und weniger Reichweite bedeuteten die sogenannten e-4ORCE-Versionen. Sie haben einen E-Motor zusätzlich an der Hinterachse und damit Allradantrieb. Zur Auswahl stehen zwei Varianten, eine mit 205 kW/280 PS und eine mit 290 kW/394 PS. Fahren konnten wir lediglich den Basis-Ariya. Aber auch seine Leistung deckt alle Ansprüche an den Autoalltag ab, zumal die 300 Newtonmeter an Drehmoment elektrotypisch aus dem Stand abrufbar sind. Hinzu kommen die gute Geräuschisolierung und der angenehme Komfort. Der Ariya fährt sich weich und entspannt, überzeugt mit Handlichkeit und Direktheit, ohne zu sehr den Sportlichen heraushängen zu lassen.

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Die Bedienelemente der Klimaanlage (Bildmitte unter dem Display) sind in die Oberfläche der Instrumententafel integriert. Dennoch hat man bei Berührung das Gefühl, einen mechanischen Schalter zu drücken.

Die Bedienelemente der Klimaanlage (Bildmitte unter dem Display) sind in die Oberfläche der Instrumententafel integriert. Dennoch hat man bei Berührung das Gefühl, einen mechanischen Schalter zu drücken.

Das Cockpit – minimalistisch und modern

Stark in Richtung Zukunft zielt das Cockpit. Nissans Designer haben es recht minimalistisch eingekleidet und betont horizontal ausgerichtet. Zwei große Bildschirme in üblicher Anordnung dominieren das Armaturenbrett. Klassische Knöpfe und Schalter fehlen nahezu komplett. Wichtige Informationen werden in das große Head-up-Display in die Windschutzscheibe gespiegelt. Ein cooles Detail sind die Bedienelemente der Klimaanlage. Sie sind in die Oberfläche der Instrumententafel integriert. Dennoch hat man bei Berührung das Gefühl, einen mechanischen Schalter zu drücken. Nissan sagt, das sei „iki“, was aus dem Japanischen übersetzt so viel heißt wie „chic“.

Keinesfalls hinterherfahren will man auch bei den Themen Konnektivität und Digitalisierung. Die Türen entriegeln sich, sobald man sich dem Auto nähert. Fahrersitz, Lenkrad, Spiegel und die verschiebbare Mittelkonsole fahren in die zuvor gespeicherte Position. Der Ariya ist voll vernetzt und immer online. Spätere Updates sind wie beim Smartphone „Over-the-Air“ (OTA) möglich. Selbst Amazon Alexa Auto fährt mit – serienmäßig. Ein „Hey Nissan“ reicht zur Aktivierung.

Assistenten bieten Rundumschutz

Auch in Sachen Assistenzsysteme fährt der Ariya voll auf Höhe der Zeit. Der vom Leaf bekannte Pro Pilot wurde weiter verbessert. Er hält auf Autobahnen Spur, Tempo und Abstand. Zudem werden die Daten des Navigationssystems mit einbezogen. Vor Kurven verzögert der Ariya automatisch oder kündigt ein Überschreiten des Tempolimits an. Beim rückwärtigen Ausparken hilft das sogenannte Safety Shield. Es verbindet intelligent das Notbremssystem, den Querverkehrswarner und die 360-Grad-Kamera.

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Wieviel der Ariya genau kosten wird, verrät Nissan noch nicht. Erst im April öffnen in Deutschland die Bestellbücher. Ein ungefähres Niveau markieren jedoch die holländischen Preise, dort ist der Ariya bereits bestellbar. Aufgerufen werden für das Einstiegsmodell mindestens 47.390 Euro.

 

Nissan Ariya

Motor: 1 Elektro

Antrieb: Frontantrieb

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Leistung: 160 kW/218 PS

0-100 km/h: 7,5 s

Max. Drehmoment: 300 Nm

Spitze: 160 km/h

Stromverbrauch: 17 kWh/100 km

Batteriekapazität: 63 kWh

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Reichweite: 403 km (WLTP)

Ladeleistung: 7,4 kW AC und bis 130 kW DC

Kofferraum: 415 bis 1775 l

Länge/Breite/Höhe: 4595/1850/1660mm

Leergewicht: 1948 kg

Preis: ab circa 48.000 Euro

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