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Neue Pläne für Comeback

Neue Marke, neue Technik: VW bringt E-Pick-up für die USA

VW hat Designskizzen für Modelle der künftigen Marke Scout veröffentlicht.

VW drängt massiv auf den US-Markt. Nach mehreren Fehlversuchen in den vergangenen Jahrzehnten soll nun eine neue Marke mit sehr amerikanischen Modellen den Durchbruch bringen: Von 2026 an will der Konzern dort unter dem Namen Scout große Geländewagen und Pick-ups mit Elektroantrieb verkaufen. „Die Elektri­fizierung bietet eine historische Chance“, sagte Vorstandschef Herbert Diess in der Hauptversammlung des Konzerns.

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Das stärkere US-Geschäft soll ein Gegengewicht zum chinesischen Markt bilden, von dem der Konzern extrem abhängig ist. Diess verfolgt diesen Plan schon länger, aber massive Probleme in China haben das Thema auf der Agenda nach vorn geschoben. VW hat in seinem wichtigsten Markt Lieferschwierigkeiten, und die neuen Elektromodelle kämpfen dort mit starker einheimischer Konkurrenz. Gleichzeitig ist das Geschäft dort wegen der drastischen Corona-Maßnahmen der Regierung eingebrochen.

Zusätzlich fällt der russische Markt auf unabsehbare Zeit aus, und der Ukraine-Krieg könnte das gesamte Geschäft in Europa bremsen. Die USA würden davon weitgehend unberührt bleiben, hatte Diess jüngst gesagt. „Das ist eine Region, in der wir mehr investieren sollten.“

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Diess lobt gute VW-Bilanz

In der – erneut virtuellen – Hauptversammlung lobte Diess die jüngsten Fortschritte in den USA. Erstmals seit mehr als zehn Jahren habe der Konzern dort im vergangenen Jahr Gewinn gemacht, es seien so viele Autos verkauft worden wie seit 2013 nicht mehr. Seit seiner großen Zeit in den Siebzigerjahren ist VW auf dem US‑Markt nie mehr wirklich in Fahrt gekommen, der bisher letzte Versuch vor knapp zehn Jahren führte in den Dieselskandal. Nun gelten 650.000 verkaufte Autos als erster Erfolg, das entspricht knapp 5 Prozent Markt­anteil. Bis Ende des Jahrzehnts will Diess das Doppelte erreichen. Zum Vergleich: In China waren es im vergangenen – schwachen – Jahr 3,3 Millionen Fahrzeuge.

Der Weg zur Massenmarke führt in den USA über schwere Geländewagen und Pick-ups. Die größten Exemplare sind noch einmal einen halben Meter länger als VWs aktueller Pick-up Amarok. Dass die auch elektrisch angetrieben werden können, zeigen das Start-up Rivian und Tesla mit seinem geplanten Cybertruck. Auch Ford bringt seinen F-150 – seit Jahrzehnten das meistverkaufte Auto in den USA – gerade in einer vollelektrischen Version auf den Markt. Mit Ford arbeitet VW bereits in mehreren Projekten eng zusammen, unter anderem beim Amarok. Ob die Zusammenarbeit nun auch auf die neue US-Marke ausgedehnt werden soll, sagte Diess nicht.

Der neue Volkswagen Amarok

Das ist der neue VW Amarok

Den Namen dafür leiht sich VW in der amerikanischen Autohistorie. Scout hieß ein populärer Geländewagen, den International Harvester in den Sechziger- und Siebzigerjahren baute. Ansonsten will VW aber mit vielen Traditionen brechen, nicht nur beim Antrieb.

Für das Projekt soll in den USA noch in diesem Jahr ein eigenes Unternehmen gegründet werden, das unabhängig von den anderen Marken agieren soll. „Dies entspricht dem neuen Managementmodell des Konzerns: kleine Einheiten, die agil sind und dabei Zugriff auf unsere Plattformen haben, um Synergien zu heben“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz.

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Ändern sich die Machtverhältnisse auf dem US-Markt?

Die Synergien im Konzern halten sich allerdings in engen Grenzen: Für Autos dieser Art haben die anderen VW-Marken wenig im Regal. Scout werde auf ein „neues technisches Plattformkonzept setzen, mit dem sich authentischere Pick-ups und RUVs realisieren lassen“, sagte Diess. Als RUV bezeichnet er Geländewagen für den robusteren Einsatz, die in den USA immer noch die gefragtesten Autos sind.

Diess ist überzeugt, dass die Elektrifizierung auch im US-Markt die Machtverhältnisse ändern wird. Sie sei die einmalige Chance, als Nachzügler noch „ein wichtiger Akteur auf dem US-Markt zu werden“.

Vor den Aktionären, die ihre mehr als 400 Fragen für die Onlineveranstaltung wieder nur vorab einreichen konnten, zeigte sich Diess zufrieden mit den Fortschritten beim Konzernumbau: „Wir haben im Jahr 2021 geliefert. Durch gutes Krisenmanagement sind wir finanziell robust aufgestellt und haben unsere Wider­standskraft gestärkt.“

Der Ukraine-Krieg habe „die Weltordnung infrage gestellt“, sagte Diess. Er warnte aber davor, wieder zu weltpolitischen Blöcken zurückzukehren. Der Abgesang auf das Modell „Wandel durch Handel“ sei voreilig. „Die Verflechtung der Wirtschaftsräume sorgt dafür, dass wir miteinander reden.“

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