E-Auto der Mittelklasse

Der neue Nissan Ariya: Beliebiges Äußeres mit inneren Werten

Vom Design her ist der Mittelklasse-Crossover in seiner Beliebigkeit kaum zu übertreffen.

Vom Design her ist der Mittelklasse-Crossover in seiner Beliebigkeit kaum zu übertreffen.

Wofür man vor wenigen Jahren noch eine gehörige Portion Fantasie brauchte, ist inzwischen Realität: Elektroautos gehören ganz selbstverständlich ins Straßenbild. Und der Ausstoß an neuen Modellen ist enorm. Da liegt es auf der Hand, dass Nissan als einer der Pioniere auf diesem Gebiet seine Marktanteile zumindest halten möchte. Ariya heißt der neue Baustein in dem Gefüge. Wir sind den Mittelklasse-Crossover, der ab 47.490 Euro in den Listen steht, zwei Wochen lang gefahren. Das Fazit: Es ist wie das Herbstwetter draußen – Licht und Schatten.

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Nissan führt mit dem Leaf das einstmals weltweit erfolgreichste Elektroauto im Programm. Das verpflichtet. Allerdings sind die Zeiten, in denen eine vorbildliche Ökobilanz von Fahrer oder Fahrerin noch mit kleinen Bäumchen im Display honoriert wurde, längst vorbei. Derartige Spielereien werden künftig den Kindertagen der E-Mobilität zugeschrieben. Deshalb war klar: Bei der großen Konkurrenz, gerade in der Mittelklasse, muss der nächste Aufschlag sitzen. Der Ariya soll da helfen.

Moderate Abmessungen bei optimaler Platzausnutzung

Ganz dem Zeitgeist entsprechend handelt es sich bei dem Ariya um ein Crossover und damit um ebenjene Fahrzeuggattung, die den Entwicklern von E-Autos den maximalen Spielraum lässt. Moderate Abmessungen bei optimaler Platzausnutzung. Dass sich der Japaner die neu entwickelte Plattform mit dem Renault Mégane E-Tech Electric teilt, ist der Zusammenarbeit beider Unternehmen geschuldet und kein Nachteil.

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Vom äußeren Auftritt ist der Ariya im unübersichtlichen Dschungel der Mittelklasse-Crossover in seiner Beliebigkeit kaum zu übertreffen. Lediglich die platte Schnauze bleibt in Erinnerung. Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob man in Japan schon mal etwas vom Nutzen eines niedrigen Luftwiderstandwertes gehört hat, der ja längst zu den klassischen Stellschrauben zählt, wenn es um Verbrauch und hier speziell um Reichweite geht.

Das Raumangebot ist mehr als überzeugend

Das Bild ändert sich allerdings schlagartig, wenn im Ariya Platz genommen wird. Das Raumangebot ist mehr als überzeugend, das Interieur modern, aber nicht zu abgespaced. Augenfällig ist die Spange aus Holzdekor, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt und die Bedienelemente der Klimaanlage beherbergt. Die sind plan eingelassen und folgen dem Trend, möglichst auf Schalter und Knöpfe zu verzichten.

Was sich im Ariya nicht über den Lenkradhebel oder die seitlichen Hebel bedienen lässt, ist im großen Zentraldisplay untergebracht. Der Fahrende hat die Möglichkeit, den Rückspiegel auf Kamera umzuschalten und damit auf eine Optik, die nach wie vor gewöhnungsbedürftig ist.

Der gefällige Innenraum des Ariya mit Echtholzverkleidung.

Der gefällige Innenraum des Ariya mit Echtholzverkleidung.

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Weil Wohnlichkeit im Auto zu den großen Zukunftsthemen in der Mobilität gehört, gibt es unter der bereits erwähnten Holzdekorspange noch eine Klappe, deren Deckel sich laut Nissan beim Parken auch zum Tischchen ausklappen lässt. Ein großes Wort für ein kleines Detail, das in der Praxis nichts weiter als ein zusätzlicher Stauraum ist.

Ein anderes großes Thema ist bei allen Herstellern die Sprachbedienung, die von Marke zu Marke sehr unterschiedlich ausfällt. Doch für alle gilt: Es ist noch viel Luft nach oben. Die Sprachführung des Ariya gehört hier ins gute Mittelfeld. Tatsächlich sind das alles kleine Abstriche, die den guten Gesamteindruck dieses Autos nicht schmälern.

Der Ariya ist immer online

Punkten kann der Japaner beispielsweise bei der Kommunikation und der Digitalisierung. Der Ariya ist immer online, Updates werden „over the air“ aufgespielt, sodass die Fahrzeugsoftware immer auf aktuellem Stand gehalten werden kann. Das Auto gibt es in drei Leistungsstufen und zwei Batteriegrößen, die höchste Leistungsstufe mit 225 kW/306 PS ist mit Allradantrieb ausgestattet.

Unser Testwagen war die Basisvariante mit 160 kW/218 PS. Schon sie verfügt über drei Fahrprogramme. Im Sportmodus surrt der Ariya so los, als sei der Teufel hinter ihm her. Da macht ein Elektroauto Spaß. Zumal diese Fahrzeuge durch die im Boden untergebrachten Batterien einen Schwerpunkt haben, der sie buchstäblich auf den Asphalt nagelt. Da zuckt so schnell nichts. Einen geradezu vorbildlichen Eindruck machte das Energiemanagement – egal, wie wir unterwegs waren, pendelte sich der Verbrauch des Testwagens stets zwischen 13,5 und 19 kWh ein.

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Wuchtig, aber verwechselbar. Das Heck des neuen Ariya.

Wuchtig, aber verwechselbar. Das Heck des neuen Ariya.

Allerdings waren wir auf Autobahnen nur kurze Strecken unterwegs. Doch die angegebenen Reichweiten zwischen 400 und 520 Kilometern (je nach Batteriegröße und Motorleistung) scheinen realistisch, zumal wir ständig verschiedene Verbraucher zugeschaltet hatten. Unterm Strich ist der Nissan Ariya ein angenehmer – nicht besonders hübscher – Elektro(be)gleiter aus der Mittelklasse, dessen eigentliche Werte sich im Fahrzeuginneren befinden.

 

Nissan Ariya

Motor: PSM-Elektromotor

Leistung: 160 kW/218 PS

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Max. Drehmoment: 300 Nm

0-100 km/h: 7,5 s

Spitze: 160 km/h

Batterie: 87 kWh

Verbrauch: 17,6 bis 18,5 kWh (WLTP, laut Hersteller)

CO₂: 0 g/km

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Länge/Breite/Höhe: 4,60/1,85/1,66 Meter

Kofferraum: 468 bis 1775 l

Getriebe: Eingang

Preis: ab 47.490 Euro

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