Nest Doorbell und Nest Cam: Googles neue smarte Türklingel und Überwachungskamera im Test

Die Nest Cam (oben links) und die Nest Doorbell (oben mittig) erweitern die die Nest-Produktfamilie von Google.

Die Nest Cam (oben links) und die Nest Doorbell (oben mittig) erweitern die die Nest-Produktfamilie von Google.

Google geht heute mit zwei neuen Smart-Home-Produkten an den Start: Die Nest Cam und die Nest Doorbell erweitern die Nest-Produktfamilie des Konzerns. Beide Geräte versprechen, die Sicherheit im eigenen Heim zu verbessern. Ganz ohne Stromanschluss, dafür aber mit Akku.

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Die Nest Cam ist eine Überwachungskamera, die drinnen und draußen sowie bei Tag und Nacht zum Einsatz kommen kann. Und die Nest Doorbell ist eine Türklingel, die mit einer Kamera ausgestattet ist. Beide Geräte sind ab heute für je 199,99 Euro erhältlich. Sind sie das Geld wert – und bieten sie wirklich einen optimalen Schutz für das Zuhause? Wir haben die Produkte getestet.

Nest Doorbell: Einfache Einrichtung, aber ohne Stromanschluss kein Ersatz für alte Türklingel

Jemand steht vor der Tür, klingelt – und die Bewohnerinnen und Bewohner können bequem auf dem Smartphone sehen, wer vor dem Haus steht. Das ist die Idee einer smarten Türklingel mit Kamera wie die neue Nest Doorbell. Die Nest Cam funktioniert im Prinzip ähnlich, allerdings handelt es sich hierbei um eine reine Überwachungskamera. Wie auch frühere Nest-Produkte wird für die Bedienung der Türklingel und der Kamera die Google Home-App verwendet. Das ist vor allem für diejenigen praktisch, die bereits andere Nest-Produkte verwenden – wie beispielsweise das Google Nest Hub. Denn so können mehrere Geräte miteinander interagieren.

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Die Einrichtung der Doorbell gelingt schnell und einfach. Über die Home-App wird der Ort festgelegt, an dem die Türklingel zum Einsatz kommen soll – und per Videoanleitung bekommen Nutzerinnen und Nutzer zu sehen, wie sie die Doorbell anbringen können. Schrauben, Dübel, Halterung und alle weiteren für die Montage wichtige Bestandteile sind bereits im Paket erhalten. Die Montage erfordert jedoch zusätzlich noch einen Schraubenzieher und Bohrer. Die Installation ist insgesamt recht leicht und intuitiv. Besonders praktisch ist zudem die Tatsache, dass die Doorbell per Akku betrieben wird: Somit hat man mehr Freiraum bei der Platzierung.

Allerdings hat der Betrieb über Akku einen Nachteil: Wer möchte, dass beim Klingeln der Doorbell auch die netzbetriebene Glocke der Türklingel läutet, muss das Gerät zwingend an das Stromnetz anschließen. Und dafür ist ein individueller Transformator erforderlich, der nicht mitgeliefert wird. Ohne Stromanschluss kann die Doorbell die alte Klingel nicht vollständig ersetzen.

Wer ist da vor der Haustür? Mit der Google Nest Doorbell können Hausbewohnerinnen und -bewohner auf dem Smartphone sehen, wer klingelt.

Wer ist da vor der Haustür? Mit der Google Nest Doorbell können Hausbewohnerinnen und -bewohner auf dem Smartphone sehen, wer klingelt.

Nest Cam: Magnetische Halterung praktisch

Die Installation der Nest Cam ist ähnlich unkompliziert wie die der Doorbell. Über die Home-App wird das Gerät eingerichtet und für Montage ist (bis auf die Werkzeuge) bereits alles im Paket enthalten. Auch bei der Überwachungskamera profitiert man davon, dass sie einen Akku hat und somit bei der Platzwahl nicht von naheliegenden Steckdosen abhängig ist. Auch erfreulich ist die magnetische Halterung, die mit der Cam mitgeliefert wird. Denn dadurch kann die Kamera sehr bequem und flexibel ausgerichtet werden. Allerdings nützt der verfügbare Anschluss nur denjenigen etwas, die die Kamera an der Wand befestigen wollen. Stative und Standfüße müssen extra gekauft werden.

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Auch in der Dunkelheit zeichnet die Google Nest Cam auf, wenn sich Menschen im Sichtfeld befinden.

Auch in der Dunkelheit zeichnet die Google Nest Cam auf, wenn sich Menschen im Sichtfeld befinden.

Alarmbereich, Aufzeichnungen und Benachrichtigungen per App individuell festlegen

Was die Geräte tun und lassen sollen, können Anwenderinnen und Anwender selbst entscheiden. Über die Home-App lässt sich bei beiden Geräten einstellen, wann die Nutzerin oder der Nutzer eine Benachrichtigung erhält – und ob Aufnahmen gespeichert werden sollen. Die Kameras bieten drei Stunden Videoverlauf, bei dem gewisse Events gespeichert werden. Bei der Doorbell können die Bewohnerinnen und Bewohner einstellen, ob sie etwa über Personen, Tiere, Pakete oder Fahrzeuge vor Haustür im Sichtfeld benachrichtigt werden wollen und ob die Kamera diese Events aufzeichnen soll.

Das gleiche Prinzip wird auch bei der Nest Cam angewendet, allerdings erkennt sie keine Pakete – vermutlich, weil sie in den meisten Haushalten wohl nicht vor der Tür angebracht wird. Die Kameras zeigen dabei per Licht an, ob ein Livevideobild aktiviert ist oder sie gerade aufzeichnet. Dadurch können Menschen erkennen, wenn sie von der Bewohnerin oder dem Bewohner gesehen werden können. Anwenderinnen und Anwender können außerdem per Smartphone Alarmbereiche festlegen: Nur in diesen Bereichen werden Bewegungen erkannt und Nutzerinnen und Nutzer alarmiert.

Bewegungserkennung erkennt Menschen, Tiere und Fahrzeuge

Die Bewegungserkennung hat im Test gut funktioniert. Die Doorbell hat dabei nicht nur erkannt, wenn ein Mensch vor der Haustür stand. Auch wenn jemand ein Paket in der Hand hielt, bekam man eine entsprechende Benachrichtigung auf dem Handy. Auch Haustiere und Autos wurden problemlos erkannt. Auch die Nest Cam wurde immer sofort aktiv, sobald jemand in ihrem Sichtfeld aufgetaucht ist. Wer auf die Benachrichtigung der Home-App tippt, kann das Livevideobild einschalten und sich einen Überblick verschaffen.

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Das recht große Sichtfeld der Kameras hilft dabei, Menschen sowie Tiere und Fahrzeuge vollständig zu sehen. Per Mikrofon können Nutzerinnen und Nutzer außerdem mit Menschen vor der Kamera sprechen – dank der Home-App sogar auch dann, wenn sie nicht zu Hause sind. Das ist vor allem bei der Doorbell praktisch: Denn dadurch können Bewohnerinnen und Bewohner auch unterwegs auf dem Smartphone mit den Besucherinnen und Besuchern vor der Haustür sprechen.

Bildqualität: Doorbell enttäuscht, Cam überzeugt

Gestört hat jedoch die eher dürftige Bildqualität der Doorbell. Die Qualität reicht zwar aus, um ein klares Bild von dem Bereich vor der Haustür zu bekommen. Bei einem Preis von knapp 200 Euro ist die Kamera im Jahr 2021 aber einfach nicht mehr zeitgemäß. Die mittelmäßige Bildqualität ist aber nicht ganz so problematisch, wenn es um die gelungene Nachtsicht geht. Die hellen Nachtaufnahmen erleichtern es, Personen in der Dunkelheit zu erkennen.

Die Mikrofonqualität war insgesamt zufriedenstellend. Die Lautstärke der Türklingel war allerdings etwas zu laut voreingestellt, und zwar auch dann, wenn man sie in der Home-App entsprechend angepasst hat. Das konnte für Besucherinnen und Besucher etwas unangenehm sein. Die Wiedergabe auf dem Smartphone war dagegen klar und deutlich.

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Die Nest Cam macht in Sachen Bild- und Tonqualität vieles besser als die Doorbell: Die HDR-Videoqualität mit 1080 Pixel überzeugt – sowohl in der Nacht als auch bei hellem Sonnenschein lässt sich das Kamerabild gut erkennen. Der Ton des Geräts wird sowohl in der Kamera als auch auf dem Smartphone klar wiedergegeben. Erfreulich ist dabei vor allem, dass das Mikrofon auch dann laut genug ist, wenn Menschen mit einigen Metern Abstand vor der Kamera stehen.

Fazit: Gute Bewegungserkennung – doch Bildqualität rechtfertigt nicht den Preis

Im Test haben vor allem die leichte Installation sowie die gute Bewegungserkennung der Nest Doorbell und der Nest Cam von Google überzeugt. Menschen wurden stets sofort von der Kamera erkannt und die Benachrichtigung hat es ermöglicht, die Kamera über Googles Home-App bequem einzuschalten und mit den Menschen vor der Kamera klar zu kommunizieren.

Die Bildqualität der Doorbell hat insgesamt enttäuscht, die der Cam hat jedoch die Erwartungen erfüllt. Die Frage ist nur, ob sich die neuen Google-Produkte für den Preis lohnen. Denn Türklingeln mit Kameras gibt es schon für deutlich unter 200 Euro – und für denselben Preis bieten andere Überwachungskameras eine noch bessere Bildqualität. Wer aber viel Wert auf eine einfache Einrichtung und Bedienung sowie viel Sicherheit legt, wird mit der Nest Doorbell und der Nest Cam zufrieden sein.

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