Neues Spiel für PC und Xbox

„As Dusk Falls“ im Test: Drama im Hinterland

„As Dusk Falls“ ist seit dem 19. Juli erhältlich und kostet circa 30 Euro.

„As Dusk Falls“ ist seit dem 19. Juli erhältlich und kostet circa 30 Euro.

Arizona im Jahre 1998. Auf der Route 66, die sich durch die karge Wüstenlandschaft schneidet, ist der Familienvater Vince mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Vater unterwegs. Ein Autounfall zwingt sie zur Rast in einem abgelegenen Motel, alles scheint ruhig. Plötzlich stürmen drei maskierte, bewaffnete Männer herein, nehmen Vince‘ Familie und die Angestellten als Geiseln.

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Zuvor haben sie das Haus des örtlichen Sheriffs ausgeraubt, die Polizei sitzt ihnen im Nacken und belagert bald das Motel. Die Lage spitzt sich zu, bald fallen Schüsse, Menschen sterben. Wer jedoch welche Narben davonträgt, ob nun äußere oder innere, das hängt von unseren Entscheidungen ab.

„As Dusk Falls“: Drei maskierte Männer nehmen in einem Motel mehrere Menschen als Geiseln.

„As Dusk Falls“: Drei maskierte Männer nehmen in einem Motel mehrere Menschen als Geiseln.

Handlungen und Entscheidungen mitbestimmen

So liest sich die Prämisse von „As Dusk Falls“, dem ersten Spiel des englischen Entwicklerstudios Interior Night, das 2017 von Caroline Marchal gegründet wurde. Marchal war zuvor als Designerin bei Quantic Dream tätig, wirkte dort an „Heavy Rain“ und „Beyond: Two Souls“ mit, und diese Vergangenheit ist ihrem neuen Spiel deutlich anzumerken: Auch „As Dusk Falls“ ist ein narratives Adventure, eine „Visual Novel“ mit minimalen Spielmechaniken, dafür mit Fokus auf eine dicht erzählte Geschichte, die von den Handlungen und Entscheidungen des Spielers oder der Spielerin bestimmt wird.

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Zumindest im Detail und im Ausgang – der grundlegende Verlauf hingegen ist grob vorgegeben. Die Geiselnahme bildet die ersten drei der jeweils rund einstündigen sechs Kapitel, die zweite Hälfte erzählt von ihren Folgen unmittelbar danach und 14 Jahre später und gestaltet sich dabei nochmals spannender und emotional packender als der Beginn. Insgesamt fünf Figuren übernimmt der Spieler oder die Spielerin im Handlungsverlauf, im Mittelpunkt stehen Vince sowie Jay, der jüngste der drei Brüder, die das Motel überfallen. Der wird von seiner Familie herumgeschubst, ist unsicher und introvertiert – und so lässt „As Dusk Falls“ den Spielenden sowohl aufseiten der Protagonisten als auch der Antagonisten fast immer aus einer Position heraus agieren, in der andere das Sagen und die Macht haben.

Gewöhnungsbedürftige und dennoch zeitlose Optik

Auf diese Weise entstehen konstanter Druck und viel Empathie für die die großartig geschriebenen, komplexen Figuren, die dank gelungener (englischer und deutscher) Vertonung und mehrerer spielbarer Rückblicke immer neue Facetten erhalten. „Spielbar“ bedeutet im Falle von „As Dusk Falls“ jedoch lediglich, Dialogoptionen auszuwählen und gelegentlich simple Reaktionstests zu bewältigen. Per Controller steuert sich das eher unhandlich, alternativ kann das Spiel per Smartphone-App bedient werden. Auch einen Online- und Offline-Multiplayer-Modus für bis zu acht Spielerinnen und Spieler gibt es, Entscheidungen werden dabei per Mehrheitsentscheid gefällt.

Das herausstechendste Merkmal von „As Dusk Falls“ ist seine Optik: Zwar bestehen die Hintergründe aus 3-D-Objekten, die Figuren jedoch aus Standbildern, die sich alle paar Sekunden bewegen. Dieser anfangs gewöhnungsbedürftige Stil entfaltet auf Dauer mehr Glaubwürdig-, Menschlich- und Zeitlosigkeit als klassische 3-D-Modelle. Zusammen mit dem Soundtrack und dem US-Hinterland-Setting entsteht eine unheimlich dichte Atmosphäre, die an „True Detective“ oder „Fargo“ erinnert.

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Ein Spiel, unzählige Möglichkeiten

Am Ende jedes Kapitels und des Spiels (das leider mit einem großen Cliffhanger endet) zeigt „As Dusk Falls“, welche Entscheidungen welchen Storyverlauf bewirkt haben und welche Alternativen es gibt.

Das motiviert ungemein, es gleich noch mal durchzuspielen und vielleicht die ein oder andere ans Herz gewachsene Figur doch noch zu retten. Fans gut geschriebener und inszenierter interaktiver Geschichten kommen an diesem Titel nicht vorbei.

  • USK: ab 16 Jahren
  • Plattform: PC, Xbox One und Series
  • Entwickler: Interior Night
  • Publisher: Microsoft
  • Release: 19. Juli 2022
  • Preis: Ca. 30 Euro, enthalten im Xbox Game Pass

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