Niedersachsen

Zwei Studentinnen erzählen: So kommt man an ein Stipendium – auch ohne Schulempfehlung

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Stipendium".

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Stipendium".

Göttingen/Lüneburg. Studentinnen und Studenten haben es doch gut, glauben viele zu wissen. Sie stehen spät auf, gehen zur Vorlesung, wenn es ihnen passt. Geld ist zwar knapp, aber der Studentenjob reicht, um das Feiern zu bezahlen. Klischees allesamt. In den Lockdown-Phasen der Pandemie war es mit dem Aushilfsjob außerdem vielfach abrupt vorbei, plötzlich fehlte Geld für die Studentenbude oder die WG und der Austausch mit anderen wurde weniger.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wer mehr von seinem Studium erwartet, etwa im Ausland zu studieren, neue Sprachen zu lernen, neue Eindrücke zu gewinnen, neue Impulse zu erhalten, hatte es schwer. Zumindest für manche Studierende eine denkbare Lösung: ein Stipendium.

Eine „schöne Entlastung“

Das sei eine „schöne Entlastung“, sagt die 21 Jahre alte Hannah Reemtsma, Psychologiestudentin an der Universität Lüneburg, der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe das Glück, von ihren Eltern unterstützt zu werden, auch arbeite sie als studentische Hilfskraft, aber für viele Studentinnen und Studenten dürfe der finanzielle Aspekt eine Rolle spielen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wichtiger noch aber seien die ideelle Förderung und der Austausch mit anderen. „Ich würde es jedem empfehlen“, sagt die 20 Jahre alte Josephine Dabrunz, die Physik an der Universität Göttingen studiert. Beide haben sich selbst um ein Stipendium beworben, sie wurden nicht etwa von ihrer Schule empfohlen.

Viele Stiftungen geben Stipendien

Tatsächlich können Studierende im ersten oder zweiten Semester sich um ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes bewerben - die Anmeldung ist online bis zum 15. Februar möglich, wie die Studienstiftung mitteilte. Diese Selbstbewerbung gibt es seit 2010, jährlich nimmt die Studienstiftung so zwischen 100 und 150 junge Menschen zu Beginn ihres Studiums auf - unabhängig vom Vorschlag der eigenen Schule.

Stipendien werden darüber hinaus von vielen anderen Organisationen vergeben, etwa von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Bundesstiftung Rosa Luxemburg, der Friedrich-Naumann-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung. Studienanfängerinnen und -anfänger können sich direkt bei der Hochschule bewerben.

2020 förderte allein die Studienstiftung 893 (2019: 839) Studierende an niedersächsischen Hochschulen, bundesweit waren es 12.104 (2019: 11 706) Studierende in der Studienförderung. Dazu kamen 1298 (2019: 1247) Studierende, die für ein Studium an einer ausländischen Hochschule gefördert wurden, außerdem wurden 86 Promovierende an niedersächsischen Hochschulen gefördert. Bundesweit waren es 1244 Doktorandinnen und Doktoranden.

Bei der Bewerbung gibt es nichts zu verlieren

Im Angebot sind auch ein Bildungsprogramm, Stipendien für Aufenthalte im Ausland, Sprachkurse und ein Netzwerk aus Stipendiatinnen und Stipendiaten: die „ideelle Förderung“, von der die beiden Studentinnen sprachen. Der Wunsch nach zusätzlicher Vernetzung auch in der Pandemie habe sie zur Bewerbung angetrieben, der Austausch zwischen jungen Menschen, die nicht einmal ähnlich denken müssten, erklärte Reemtsma.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch

Dabei habe ihre Schule niemanden vorgeschlagen, nicht mal die Abiturienten mit einem Notenschnitt von 1,0. Aber das Thema sei immer im Hinterkopf gewesen, der Auswahltest zwar „recht happig“, aber es helfe, eine Idee zu haben, wohin man wolle und was das eigene Ziel sei, sagte die 21-Jährige. Und die „Beschäftigung mit sich selbst“ sei eine tolle Chance: „Daraus kann man nur etwas gewinnen.“ Für Dabrunz wiederum war ein Stipendium immer schon ein Thema, ihr Bruder sei ebenfalls Stipendiat - und Vorbild. Der Test sei „keine richtige Hürde“ gewesen - wer ihn absolviere, könne so oder so „nichts verlieren“.

Von Thomas Strünkelnber/dpa

Mehr aus Der Norden

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken