Protest

Mehr Tempo beim Klimaschutz: „Fridays for Future“ gehen wieder auf die Straße

Die Initiative „Fridays for Future“ hat deutschlandweit zu Protesten aufgerufen. Am kommenden Freitag wollen sie auch in Göttingen und Hannover auf die Straße gehen. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die Entscheidung des EU-Parlaments setzen, Atomenergie und Gas als klimafreundlich einzustufen.

Die Initiative „Fridays for Future“ hat deutschlandweit zu Protesten aufgerufen. Am kommenden Freitag wollen sie auch in Göttingen und Hannover auf die Straße gehen. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die Entscheidung des EU-Parlaments setzen, Atomenergie und Gas als klimafreundlich einzustufen.

Göttingen/Hannover. Die Initiative „Fridays for Future“ hat neue Demonstrationen für mehr Tempo beim Klimaschutz angekündigt. In sechs deutschen Städten sind für diesen Freitag (8. Juli) Kundgebungen und Aktionen geplant. In Niedersachsen wollen die Klimaschützer in Göttingen und Hannover auf die Straße gehen. Heftige Kritik übte „Fridays for Future“ an der Entscheidung des Europaparlaments vom Mittwoch, Atomkraft und Gas in die sogenannte EU-Taxonomie aufzunehmen und damit beide Energieträger als klimafreundlich zu deklarieren.

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In Göttingen soll es nach Angaben der örtlichen „Fridays for Future“-Gruppe einen Demonstrationszug durch die Stadt sowie eine Auftakt- und eine Abschlusskundgebung vor dem Neuen Rathaus am Hiroshimaplatz geben. In Hannover wollen sich die Aktivisten vor dem Haus der Region in der Hildesheimer Straße versammeln.

Dringend benötigtes Geld für Klimaschutz fließt nun in Atomkraft und Gasinfrastruktur

„Die Klimakrise fordert jeden Tag Menschenleben“, sagte Lena, eine Aktivistin aus Göttingen. Mit „ausbeuterischen Gas-Deals“, wie etwa mit dem Senegal, zeige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), „dass er nicht bereit ist, Menschen über Profite zu stellen“. Anstatt anzuerkennen, wie viel Deutschland schon in der Vergangenheit unter anderem durch fossile Infrastruktur zur Klimakrise und zu ausbeuterischen Strukturen beigetragen habe, würden diese Strukturen weiter für viele Jahre gefestigt.

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Die Bundesorganisation von „Fridays for Future“ erklärte, vor der Einstufung von fossilem Gas und Atomkraft hätten Umweltschützer lange gewarnt. Milliarden Euro würden dadurch in neue Gasinfrastruktur und Atomkraftwerke fließen, statt in den dringend nötigen Ausbau von Wind- und Solarenergie. Am Mittag hatte eine knappe Mehrheit der EU-Parlamentarier der Aufnahme von Atomkraft und Erdgas in die EU-Taxonomie für nachhaltige Geldanlagen zugestimmt.

„Fridays for Future“ hält Entscheidung des EU-Parlaments für absurd

„Sich inmitten einer eskalierenden Klimakrise und rasant ansteigenden Energiepreisen für eine Weiterführung und Stärkung ihrer Verursacher zu entscheiden, ist absurd“, hieß in der Mitteilung von „Fridays for Future“ weiter. Jeder Euro, der in neue Infrastruktur für fossile Technologien und Kernkraft fließe, fehle beim Ausbau der Erneuerbaren und sozialen Ausgleichsmaßnahmen. Deutschland müsse nach dieser „skandalösen“ Entscheidung Haltung zeigen und gemeinsam mit anderen Regierungen gegen die Taxonomie klagen.

Von RND/dpa

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