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Sexueller Missbrauch

Bistum Osnabrück will Priestern wegen Missbrauch Gehalt kürzen

Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, will Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche aufarbeiten.

Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, will Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche aufarbeiten.

Osnabrück.Das katholische Bistum Osnabrück will Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, das Gehalt bis auf 1000 Euro kürzen. „Wir beabsichtigen, eine entsprechende Regelung einzuführen, müssen das aber zuerst noch rechtlich abklären“, sagte Sprecher Hermann Haarmann am Donnerstag. Von den 1000 Euro würden noch Beiträge etwa für die Krankenversicherung und Miete abgezogen, sodass den Priestern zum Leben kaum mehr als der Sozialhilfesatz bliebe. Es würde aber jeder Einzelfall überprüft.

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Hintergrund ist der Fall eines heute 85-jährigen Priesters, der in vier Gemeinden im Emsland und im Landkreis Osnabrück mindestens 16 Kinder missbraucht haben soll. Der heute in einem Altenheim lebende Mann wurde nach Angaben des Bistums mit drei Taten konfrontiert und hat sie zugegeben. Sie sind strafrechtlich verjährt. Der Vatikan hat die Entlassung des Priesters aus dem Klerikerstand bereits einmal abgelehnt. Sollte auch ein weiterer Antrag scheitern, soll das Gehalt des Sextäters gekürzt werden, sagte Haarmann.

Unterdessen hat Justizministerin Barbara Havilza (CDU) die Kooperationsbereitschaft der niedersächsischen Bistümer in Missbrauchsfällen gelobt. Sie hätten den Ermittlungsbehörden umfassenden Zugang zu den erforderlichen Unterlagen gewährt, sagte Havliza im Landtag in Hannover.

Sie berichtete, dass das Land Niedersachsen die Opfer aller Formen sexuellen Missbrauchs nicht allein lasse, sondern vor allem durch die Stiftung Opferhilfe betreue. 2018 hätten dort 593 Menschen um Beratung gebeten, 61 mehr als im Vorjahr. 80 Prozent der Opfer seien Frauen. 57 Kinder bis 13 Jahre hätten sich an die Stiftung gewandt, 200 Opfer seien 14 bis 20 Jahre alt gewesen. CDU-Fraktionschef Toepffer lobte Havliza in der Aktuellen Stunde dafür, dass sie sich als erste Justizministerin Deutschlands daran gemacht habe, den Missbrauch in katholischen Bistümern mit der Kirche aufzuarbeiten. Toepffer stellte das Verhalten der niedersächsischen Bistümer als erfreulich dar, kritisierte aber Papst Franziskus, der nach einer Krisenkonferenz im Vatikan die Verbrechen in den eigenen Reihen relativiert habe. Franziskus hatte darauf hingewiesen, dass sexueller Missbrauch in allen möglichen Kulturen vorkomme.

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Von Michael B. Berger

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