Emotionen richtig interpretieren

Warum es wichtig ist, auch im Job Gefühle zu zeigen

Auch im Job kann es hilfreich sein, Gefühle zu zeigen.

In vielen Unternehmen gilt es als unprofessionell, Gefühle zu zeigen. Dabei können sie auch für das Team von großem Nutzen sein. Voraus­gesetzt, wir wissen, richtig mit ihnen umzugehen. Emotions­reflexions­fähigkeit heißt das Zauber­wort, das uns hilft, unsere Gefühle als das wahr­zunehmen, was sie sind: hilfreiche Informationen.

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Gefühle machen menschlicher, nahbarer, sympathischer. Sie sind wichtig für den Aufbau einer guten zwischen­menschlichen Beziehung und ganz entscheidend für das Team­building. Ein Kollege, der uns seine Gefühle offenbart, zeigt uns dadurch, dass er uns vertraut, und gibt uns die Chance, auf ihn einzugehen. So entsteht Nähe. Ein Zusammen­gehörigkeits­gefühl. Bindung. Jemand, der keine Gefühle zeigt, ist für andere hingegen schwer einzuschätzen, wirkt kalt, distanziert, vielleicht sogar arrogant. Emotionen zu unterdrücken kostet sehr viel Energie. Energie, die wir besser in unseren Job investieren und dadurch produktiver arbeiten können. Wenn wir den Eindruck haben, Trauer, Angst oder Enttäuschung am Arbeits­platz nicht zeigen zu dürfen, bedeutet das, dass wir keine Schwäche zeigen zu dürfen. Das macht Druck und führt erst recht zu Fehlern und negativen Emotionen.

Gefühle richtig deuten

Emotionen sind im Grunde nichts anderes als Informationen. Wenn wir spüren, wie sich uns bei dem Gedanken an die gesetzte Projekt­deadline der Brust­korb zuschnürt und das Herz anfängt zu rasen, dann will uns unser Körper ganz klar etwas sagen. Um das zu verstehen, ist es wichtig, die Signale des Körpers nicht nur wahr­zunehmen, sondern auch richtig zu deuten. Das Gefühl, das sich da in uns zusammen­braut, ist Angst. Angst davor, die Deadline nicht einhalten zu können, weil sie vielleicht zu knapp gesetzt ist. Sobald wir das erkannt haben, können wir ins Handeln kommen, unsere Befürchtungen offen ansprechen und Lösungen finden. Zum Beispiel, indem wir die Deadline nach hinten verschieben oder uns für das Projekt Unterstützung von Kolleginnen oder Kollegen holen. So haben wir uns das Gefühl der Angst zunutze gemacht und in etwas Positives umgewandelt.

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Nicht immer haben unsere Emotionen etwas mit der Sache an sich zu tun. Wenn wir Angst haben, die Deadline nicht zu schaffen, kann das auch mit dem eigenen Perfektions­anspruch zusammen­hängen, der vielleicht schon seit Kindheits­tagen fest in uns verankert ist.

Selbst­wahrnehmung entwickeln

Ein Gefühl dauert im Durchschnitt zehn bis 90 Sekunden. Wenn wir gegen diese Emotionen ankämpfen, verlängert sich dieser Zeit­raum. Ebenso, wenn wir unsere eigenen Geschichten dazu spinnen und anfangen, alles Mögliche hinein­zuinterpretieren. Wir müssen also eine sehr gute Selbst­wahrnehmung entwickeln, um die Signale, die unser Körper uns sendet, richtig zu deuten. Gefühle haben Auslöser, aber sie entstehen immer in uns selbst.

Gefühle richtig zu reflektieren ist eine Frage der Übung und lässt sich erlernen. Zunächst einmal ist es hilfreich, offen darüber zu sprechen. Zum Beispiel mit dem Partner oder der Partnerin, mit Freunden oder auch mit Kollegen und Kolleginnen oder Coaches und Therapeutinnen und Therapeuten.

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