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Thema des Tages Rasenmäher oder Hundegebell: Wenn Geräusche zu Streit führen
Thema Specials Thema des Tages Rasenmäher oder Hundegebell: Wenn Geräusche zu Streit führen
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06:09 20.07.2019
Im Sommer ist der Einsatz von mitunter lauten Maschinen Routine. Wenn man sich dabei nicht an bestimmte Zeiten hält, ist Ärger meist vorprogrammiert.
Gifhorn/Peine/Wolfsburg

Spielende Kinder auf dem benachbarten Spielplatz oder im Garten nebenan, der zu Unzeiten Rasen mähende Nachbar, lautstarke Partys auf dem Balkon gegenüber oder der Laubpuster im Dauerbetrieb: Es gibt viele Möglichkeiten, über Lärm – oder das, was als solcher empfunden wird – in Streit zu geraten. Im Sommer, wo die Menschen sich naturgemäß mehr im Freien aufhalten, gibt es deutlich mehr Konflikte dieser Art.

Polizei muss immer wieder einschreiten

Das beweisen eindrucksvoll die Polizei-Berichte, die die Redaktionen erreichen: Immer wieder wird die Polizei gerufen, weil Menschen sich in ihrer Ruhe gestört werden. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Stadtgebiet handelt oder um kleine Ortschaften, Streit gibt es überall. Anfang Juni musste die Polizei in Peine beispielsweise in einer einzigen Nacht 17 mal einschreiten, weil bei sommerlichen Temperaturen in Gärten gefeiert und dabei der zumutbare Lärmpegel zur Nachtzeit überschritten wurde.

Schiedsleute helfen, Kompromisse zu finden

Auch Schiedsleute sehen sich immer wieder mit der Problematik der Ruhestörungen konfrontiert. Da geht es dann aber meist um länger anhaltende Störungen. „Recht häufig gibt es zum Beispiel Streit wegen Hundegebell“, sagt Almuth Sprengel, stellvertretende Schiedsfrau der Gemeinde Hohenhameln.

Oft werden laute Aktivitäten im Freien als Ruhestörung empfunden

Oft gehe es dann darum, dass auch nachts keine Ruhe sei. „Wir versuchen dann, einen Kompromiss zu finden, mit dem beide leben können und bei dem keiner übervorteilt wird“, macht sie deutlich.

Tipp: Miteinander reden

Das Hauptproblem sei meistens, dass zu viel übereinander und zu wenig miteinander geredet wird. Im moderierten Gespräch mit den Schiedspersonen werde darauf geachtet, dass es sachlich zugehe, jeder zu Wort komme und seinen Standpunkt darlegen könne. Beschimpfungen oder Beleidigungen würden unterbunden.

„Wenn sich die Gegner ernsthaft zuhören, kommt das Verständnis für den jeweils anderen und dessen Sichtweise oft fast von allein“, hat Sprengel beobachtet. Aufgabe der Schiedsleute sei nicht, unparteiisch zu sein, sondern „allparteilich“. Dahinter verbirgt sich die Einstellung, dass zwar jeder aus seiner Sicht Recht habe, man aber trotzdem auf einen Kompromiss einigen müsse.

Hinweise auf störendes Verhalten ernst nehmen

„Am Beispiel des nächtlichen Hundegebells könnte das die Vereinbarung sein, dass der Hund ab einer bestimmten Uhrzeit ins Haus geholt wird, damit er nicht jeden Radfahrer oder Passanten meldet. Schließlich kann der Hund nicht wissen, wann es 22 Uhr ist und dass er dann ruhig sein muss“, sagt Sprengel.

Ihr Tipp bei Ärger über Ruhestörungen: „Sich nicht lange ärgern, sondern den Nachbarn möglichst schnell freundlich daraufhin ansprechen, damit es gar nicht erst zu einem eskalierenden Streit kommt!“ Und im Umkehrschluss sollte man solche Hinweise von Nachbarn auf störendes Verhalten natürlich ernst nehmen.

Das Schiedswesen

Das gemeindliche Schiedswesen in Deutschland dient der Beilegung weniger bedeutsamer strafrechtlicher und zivilrechtlicher Angelegenheiten. Die betreffenden Einrichtungen sind bei den Gemeinden angesiedelt und werden Schiedsämter genannt. Sie fungieren in der Regel sowohl als Vergleichsbehörden im Sinne der Straf- als auch als Gütestellen im Sinne der Zivilprozessordnung. Die Schiedspersonen sind ehrenamtlich tätig, werden vom Rat der Gemeinde für fünf Jahre gewählt und durch die Leitung des Amtsgerichts ernannt.

Von Kerstin Wosnitza

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