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Thema des Tages Im Wolfsburger Phaeno lernen Besucher die Welt zu verstehen
Thema Specials Thema des Tages Im Wolfsburger Phaeno lernen Besucher die Welt zu verstehen
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08:41 10.09.2019
Highlight: In der Blitzmaschine wird simuliert, wie Hochspannung und Gewitter entstehen. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg/Gifhorn/Peine

Wer die Welt verstehen will, sollte ins Phaeno gehen. Das Wissenschaftsmuseum am Wolfsburger Nordkopf hat nicht nur eine extravagante Architektur, die viele an ein Raumschiff erinnert. Es lässt auch im Inneren jüngere und ältere Besucher an vielen Experimentierstationen immer wieder über Phänomene unserer Welt staunen.

Mit dem Wissenschaftsmuseum wollten Politik und Verwaltung einen ganz besonderen Anziehungspunkt in der VW-Stadt schaffen. Gebaut wurde es nach Plänen der irakischen Star-Architektin Zaha Hadid und verschlang dutzende von Millionen Euro, der Linken-Politiker Ewald Slink sprach schon 2010 von einem „Fass ohne Boden“. Grund waren Pfusch und Schlamperei beim Bau. Dennoch: Schon die Architektur (zehn konische Füße tragen das Gebäude) ist ein Hingucker und passt perfekt zur modernen und jungen Stadt Wolfsburg.

Schon damals ein Futuristischer Hingucker: Das Wolfsburger Phaeno zum Zeitpunkt seiner Eröffnung 2005. Quelle: M. Hensel (Archiv)

Noch viel mehr Hingucker gibt es im Inneren: „Es gibt über 350 spannende Phänomene“, sagt Andrea Behrens aus der Kommunikationsabteilung des Wissenschaftsmuseums. Ganz wichtig: „Man selbst ist gefragt, das ganze Geschehen mitzubestimmen und zu beeinflussen.“ Es gibt zwar Themenfelder wie Energie, Spiegel, Sehen oder Leben. Aber es gibt keine vorgeschriebenen Laufwege – „die Laufrichtung bestimmt sich durch die Neugierde der Gäste“, sagt Behrens.

Das Phaeno lohnt einen Besuch. Hier die schönsten Bilder.

Auch Phaeno-Chef Michel Junge setzt auf die Neugierde der Besucher: „Der Mensch ist neugierig und will die Welt um sich herum verstehen. Das Phaeno schafft es, dass er die Welt wirklich verstehen kann.“ Etwa mit der Blitzmaschine: Sie erzeugt im Showkrater meterlange Funken – Blitze! Dabei nutzen die Phaeno-Mitarbeiter den Effekt des faradayschen Käfigs – sie ziehen sich eine Art „Kettenanzug“ an und sind dadurch vor Hochspannung geschützt. „Damit zeigen wir beispielsweise, dass man im Auto vor Gewittern sicher ist“, erklärt Jung. „Physik pur.“

An anderen Stationen werden geometrische Bilder wie von Zauberhand in den Sand gezeichnet. Die Kraft der Gedanken kann Kälte trotzen oder die Sinne im „verrückten Salon“ verwirren. Alles mit nachvollziehbarer, erklärbarer Physik. Die bestimmt übrigens auch wieder die Herbstferien: Vom 3. bis 20. Oktober lädt das Phaeno wieder zum beliebten Seifenblasenfestival „Bubblemania“ ein. „Internationale Künstler zeigen in Shows, was alles in diesen schillernden Wunderwerken steckt“, betont Andrea Behrens. Frage aus der Physik: Können Seifenblasen eckig sein? „Ausprobieren“, rät Behrens lächelnd.

Eine weitere Attraktion: Vom 16. November bis 16. Februar läuft im Phaeno die Sonderausstellung „Der vergiftete Kater...und andere Märchenmaschinen“. Die zauberhaften Automaten des Cabaret Mechanical Theatre verbinden Kunst und Technik in einzigartiger Weise. Ein Beispiel: Der arme Kater schleckt Milch, fällt um und steht wieder auf. Zauberei? Technik? Wer weiß...

Neben den Mitmachstationen und Sonderaktionen besitzt das Phaeno zwei Besucherlabore, das Wissenschaftstheater und das Ideenforum – und damit zusätzlichen Raum für ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit Mitmachaktionen, Vorträgen und Science-Shows. Alles nur mit einem Ziel: Neugierige Menschen sollen mit Spaß die Welt um sich herum entdecken und verstehen.

Das Phaeno in Wolfsburg

Das Wissenschaftsmuseum Phaeno wurde am 24. November 2005 eröffnet. Seitdem lockt es im Schnitt 250 000 Besucher pro Jahr an. Nur rund 9 Prozent der Gäste kommen aus Wolfsburg, 91 Prozent von außerhalb. 36 Prozent der Besucher sind Familien, 31 Prozent sind Schüler und Kindergartenkinder. Die restlichen 35 Prozent sind Gruppen und Einzelbesucher aller Altersgruppen. Einzelbesucher zahlen 14 Euro, Senioren 11 Euro, Besucher mit Ermäßigung zahlen 10 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren zahlen 9 Euro Eintritt, Kinder bis fünf Jahren haben freien Eintritt. Es gibt zudem Familien-, Gruppen- und Jahreskarten. Infos unter www.phaeno.de.

„Noch mehr Besucher aus der Region“

Das Phaeno ist eines der Aushängeschilder von Wolfsburg. Wir sprachen mit Phaeno-Chef Michel Jungeüber das interaktive Wissenschaftsmuseum.

Herr Junge, warum sollte jemand das Phaeno besuchen?

Weil Menschen neugierig sind und die Welt verstehen wollen – das Phaeno schafft es, dass sie die Welt verstehen. Ich kann mir als Besucher die Welt um mich herum selbst erklären.

Was sind für Sie die Highlights, die Besucher gesehen haben müssen?

Die Blitzmaschine. Sie demonstriert die Entstehung von Blitzen auf ganz eindrückliche Weise. Das mache ich selbst sehr gerne. Ansonsten sind es die vielen kleinen Dinge – ich rate allen Besuchern: Anschauen und eine eigene Erklärung für die Phänomene finden. Die Welt im Kleinen für sich entdecken.

Was wünschen Sie sich noch fürs Phaeno?

Ich wünsche mir, dass die Besucher unser Haus glücklich verlassen. Dafür müssen wir viel tun. Und wir brauchen noch mehr Freunde und Unterstützer. Und ich wünsche mir mehr, dass wir noch mehr Besucher aus der Region nach Wolfsburg locken. Denn hier gibt es so viel zu erleben.

Von Carsten Bischof

Das Wolfsburger Wissenschaftsmuseum Phaeno hat auch in diesem Herbst wieder einige interessante Aktionen für die ganze Familie in petto. Können Sie sich vorstellen, dort mal (wieder) einen Tag zu verbringen? Wer an unserer PAZ-Umfrage teilnimmt, kann einen 100-Euro-Gutschein der Konzertkasse gewinnen.

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