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Jingdong, Yuanjiang, oder doch Erdyng?

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06:00 23.11.2020
Angehörige der Yi-Volksgruppe in China. Bayern und bairische Mundart sind weit weg. Quelle: Wikipedia
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Wenn man gut mit rechts schreibt, heißt das noch nicht, dass man eine gute Rechtschreibung hat. Das hat jetzt ein Marketing-Mitarbeiter von Bayern München erfahren: Auf dem neuen Advents-Kalender des Fußball-Bundesligisten steht die „16“ als Wort – aber falsch („Sechszehn“) geschrieben. Verzeihlich, weil die Bayern seit Menschengedenken nie Sechzehnter der Bundesliga waren.

Die deutsche Sprache hat viele solcher Stolpersteine parat. Im besagten Premium-Bayern-Adventskalender für 89,95 Euro ist zum Beispiel ein Emaillebecher enthalten. Der glasartige Überzug wird auch „das Email“ genannt. Etwas anderes ist das oder die E-Mail – nicht nur für Bayern schwer zu unterscheiden.

Die Terrasse schreibt sich mit „rr“, die Speicherkapazität Terabyte nur mit „r“. Aber dafür mit Ypsilon, im Gegensatz zur kleinsten elektronischen Speichereinheit Bit. Acht Bits ergeben ein Byte. Auch Bayern wird mit Ypsilon geschrieben. Geht es aber um die Mundart, wäre „bairisch“ korrekt.

Übrigens: Kein Problem mit „Y“ oder „i“, und schon gar nicht mit Adventskalendern, haben die Yi. Das ist eine der 56 in der Volksrepublik China anerkannten Nationalitäten. Doch dafür haben die kommunalen Kreise, in denen sie leben, Namen wie Jingdong, Ning‘er oder auch Yuanjiang. Da ist „Erding“ in Bayern viel einfacher. Oder heißt es „Erdyng“ in „Baiern“?

Von Matthias Preß