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McAllister und Weil streiten über Fernseh-Duell
McAllister und Weil streiten über Fernseh-Duell
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22:41 29.10.2012
Von Michael B. Berger
Kneifen oder Klamauk? SPD-Herausforderer Weil und Ministerpräsident McAllister kommen nicht zusammen.
Kneifen oder Klamauk? SPD-Herausforderer Weil und Ministerpräsident McAllister kommen nicht zusammen. Quelle: dpa
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Hannover

Der Ministerpräsident diskutierte am Montag mit Fischern an der ostfriesischen Küste, sein Herausforderer mit Hochschulllehrern im südniedersächsischen Harz. Auch sonst ist die Distanz groß zwischen Amtsinhaber David McAllister (CDU) und dem SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 20. Januar 2013, dem hannoverschen Oberbürgermeister Stephan Weil. Der OB, der MP werden will, möchte sich möglichst oft in Streitgesprächen mit dem Ministerpräsidenten messen. Doch der lässt abwinken. „Wir bieten das an, was üblich ist – ein Fernsehduell“, sagt CDU-Wahlkampfplaner Ulf Thiele.

„Ich habe vor einigen Monaten an Herrn McAllister geschrieben und ihm vorgeschlagen, mehrere Streitgespräche zu machen – eine Antwort habe ich nie erhalten“, sagt Weil: „Das sagt auch einiges aus.“

Viermal wollte sich der SPD-Herausforderer, dessen Bekanntheitsgrad in Niedersachsen wesentlich geringer ist als der McAllisters, mit dem CDU-Politiker messen.  „McAllister kneift“, höhnen Sozialdemokraten. Doch CDU-Generalsekretär Thiele ist noch nicht einmal bereit, dem Spott ein entschiedenes „ein McAllister kneift nicht“ entgegenzusetzen. Könnte sich ja festsetzen, so sein Eindruck. Stattdessen sagt er: „Ich halte die Forderung nach mehreren Duellen für Klamauk, weil wir ein Wahlsystem haben, das nicht auf eine direkte Auseinandersetzung zweier Kandidaten ausgerichtet ist, sondern auf den Streit von Parteien und Programmen.“ 

Mehrere Fernsehduelle von Ministerpräsidenten und ihren Herausforderern habe es auch in anderen Bundesländern nirgendwo gegeben, heißt es bei der CDU. Auch der einstige Ministerpräsident Gerhard Schröder habe sich nur auf ein einziges Fernsehduell eingelassen. Zudem sei die heiße Phase des Wahlkampfes ohnehin  extrem kurz – es gehe nur um die ersten drei Januarwochen.

Doch auf diese Verkürzung hat es die SPD gar nicht abgesehen. „Wir sind flexibel. Wir haben auch von anderen Organisationen Einladungen zu gemeinsamen Auftritten, die McAllister ablehnt“, sagt Weil. So hatte vor Kurzem der Sozialverband Deutschland eingeladen und sogar den Fernsehmoderator Ingo Zamperoni aufgeboten – McAllister lehnte ab.

CDU-Wahlkämpfer Thiele kontert, man habe sich ja noch nicht einmal mit Weil auf den Termin für das NDR-Fernsehduell einigen können. „Das scheint sehr schwierig zu sein“, bestätigt der zuständige NDR-Redakteur Ulrich Mendgen: „Wir warten noch auf einen gemeinsamen Termin von CDU und SPD.“