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Corona: News aus Peine Perfekte Logistik: Im Impfzentrum in Peine geht es Piks auf Piks
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Perfekte Logistik: Im Impfzentrum in Peine geht es Piks auf Piks

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17:30 24.04.2021
Vor dem Impfzentrum bildetet sich eine Schlange. Dennoch ging es zügig voran.
Vor dem Impfzentrum bildetet sich eine Schlange. Dennoch ging es zügig voran. Quelle: Ralf Büchler
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Peine

Vor dem Impfzentrum an der Woltorfer Straße hat sich eine lange Schlange gebildet, und laufend stellen sich weitere Menschen hinten an. Lange warten müssen sie dennoch nicht, bis sie an der Reihe sind: Die Abläufe sind optimiert, zügig geht es in der Schlange nach vorn. Das Tagesziel der Verantwortlichen ist ehrgeizig Rund 1200 Menschen sollen an diesem Samstag geimpft werden. Das ist eine ungewöhnlich hohe Zahl. Hintergrund ist das Impfwochenende des Landes Niedersachsen, an dem sich Peine beteiligt.

Die Termine wurden vorab zentral vergeben. „Rund 130 Personen werden mit Moderna geimpft, 1090 werden Astrazeneca bekommen, “, sagt der Leiter des Fachdienstes Ordnungswesen beim Landkreis Peine, Dirk Hornemann. Der Vorbehalt gegen dieses Vakzin, das schon mehrfach wegen Nebenwirkungen in den Schlagzeilen war, sei nicht so groß wie angenommen. Kaum jemand gehe ungeimpft wieder nach Hause, weil ihm dieser Stoff angeboten werde.

50 Mitarbeitende sorgen für den reibungslosen Ablauf

Rund 50 Mitarbeitende sorgen etwa von 8 bis 18 Uhr vor und im Impfzentrum für den reibungslosen Ablauf, der exakt durchgeplant ist. „Inzwischen haben wir ja einige Erfahrung. Und wenn es doch irgendwo hakt, suchen wir sofort nach einer Lösung. Wir entwickeln das Konzept ständig weiter“, macht Hornemann deutlich. Das Engagement des Teams sei enorm, lobt er. Trotz der anstrengenden Tätigkeit sei eine große Zufriedenheit zu beobachten.

Von der Warteschlange bis zum Ausgang: So ist der Ablauf.

Die Arbeit beginnt schon vor dem Eingang. Zunächst geht es darum, die Eintreffenden zur richtigen Tür zu lotsen, denn die Impfstoffe werden in unterschiedlichen „Straßen“ verabreicht. Jeder bekommt ein Klemmbrett, auf dem die notwendigen Papiere fixiert werden können. Gleich vorn im Eingangsbereich der Halle gibt es Gelegenheit, die notwendigen Unterlagen auszufüllen, sofern das nicht bereits zu Hause vorbereitet wurde.

Überall im Impfzentrum gibt es eine Einbahn-Regelung

„53, 54 und 55“, ruft ein junger Mann mit kräftiger Stimme in der Wartezone für die Aufklärungsgespräche. Er ist – wie seine Kollegen auch – durch seinen Pulli als Mitarbeiter des Impfzentrums zu erkennen. Drei Impfwillige erheben sich von ihren Stühlen und werden in separate Kabinen gebeten, wo sie sich von Ärzten über Risiken und Nebenwirkungen aufklären lassen können. Wie überall im Impfzentrum gibt es auch hier eine Einbahn-Regelung: Zur Vordertür geht es zum Arzt hinein, nach dem Gespräch zur Hintertür wieder hinaus und weiter in die nächste Halle.

Dort sieht es ein bisschen aus wie im Umkleidebereich eines großen Kaufhauses: In einem langen Gang sind mit Vorhängen abgetrennte Kabinen – nur dass dort keine Hosen oder Pullis anprobiert werden, sondern eine vorbereitete Spritze nach der anderen in die Oberarme der zu Impfenden gepikst wird. Und es gibt noch weitere Unterschiede: Vor dem Betreten der Kabine bekommt jeder von den Mitarbeitenden des Impfzentrums eine Stoppuhr, die auf 15 Minuten eingestellt ist. „So lange soll man nach der Impfung bis zum Verlassen des Zentrums warten, falls es Reaktionen gibt. Wir haben für den Fall der Fälle einen Sanitätsbereich. Die Beschäftigten dort haben aber zum Glück nur sehr wenig zu tun“, sagt Rolfdieter Wilke, einer der Leiter des Impfzentrums.

Das landesweite Impfwochenende

Mit einem Impfwochenende am Samstag und Sonntag will das Gesundheitsministerium in Niedersachsen die Impfkampagne gegen das Coronavirus beschleunigen. An beiden Tagen sind in den 50 Impfzentren des Landes zusammen rund 70 000 Impfungen geplant. Das sind etwa doppelt so viele wie an den vorangegangenen Wochenenden. In Peine konzentriert man sich dabei auf den Samstag, an dem rund 1200 Impfungen durchgeführt werden. Zweck der Aktion ist, eine Delle bei der Zahl der Impfungen über das Osterwochenende auszugleichen, an dem trotz der Ermahnung des Ministeriums vielerorts weniger geimpft wurde als sonst. Zudem geht es darum, nach der Diskussion um den Impfstoff Astrazeneca angewachsene Bestände zu verwenden. Die Aktion am Samstag und Sonntag richtet sich vor allem an über 70-Jährige der Priorisierungsgruppe 2, die zuvor noch keinen Termin erhalten hatten. Die Priorisierungsreihenfolge wurde für das Impfwochenende aber nicht aufgeweicht - einen Termin erhielten nur Menschen, die derzeit bereits impfberechtigt sind. Auch für den Impfstoff von Astrazeneca wurde an dieser Regel festgehalten.

Die Geräuschkulisse in den Hallen ist recht hoch

Er ist – wie alle anderen Kollegen auch – selbst bereits geimpft, außerdem unterziehen sich alle regelmäßig einem Schnelltest. „Es geht ja nicht nur um unseren Schutz, sondern auch um die Sicherheit Hunderter von Menschen, mit denen wir hier täglich in Kontakt kommen“, erklärt er diese Vorsichtsmaßnahmen.

Die Geräuschkulisse in den Hallen ist wegen der vielen Menschen, die sich hier aufhalten und miteinander reden, und wegen der vielen Stoppuhren, die klingelnd das Ende der 15-minütigen Wartezeit anzeigen, recht hoch. Doch man geht auffallend freundlich und geduldig miteinander um. Am Ausgang werden die Stoppuhren und die Klemmbretter wieder abgegeben, desinfiziert und so für den nächsten Einsatz vorbereitet. Und dann geht es nach maximal 45 Minuten frisch geimpft hinaus, wo in der nicht kürzer gewordenen Schlange die Nächsten darauf warten, dass sie an der Reihe sind.

Von Kerstin Wosnitza