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Stadt Peine Immer mehr Peiner Rentner sind auf finanzielle Hilfe angewiesen
Stadt Peine Immer mehr Peiner Rentner sind auf finanzielle Hilfe angewiesen
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12:40 17.10.2019
Trotz jahrzehntelanger Arbeit sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht. Die Gewerkschaft NGG fordert die Politik auf, gegen diesen Trend vorzugehen und rasch eine Grundrente einzuführen. Quelle: NGG
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Peine

Immer mehr Menschen im Landkreis Peine sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen, das teilte jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ stieg demnach innerhalb von zehn Jahren um 23 Prozent. Gab es im Kreis 2008 noch 1181 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1456.

Katja Derer, Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz, sieht den Trend mit Sorge – und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden, um ein Ausufern der Altersarmut im Kreis Peine zu verhindern.

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„Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Auch wer Jahrzehnte gearbeitet hat, landet im Alter oft unter der Armutsschwelle. Das liegt auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu kommt der Trend zu Teilzeit und Minijobs“, erklärt Gewerkschafterin Derer.

Hier setze die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplante Grundrente an: Danach sollen die Bezüge von Menschen, die mindestens 35 Jahre lang gearbeitet haben und bei der gesetzlichen Rente trotzdem unter die Grenze von 896 Euro kommen, um bis zu mehrere Hundert Euro im Monat aufgebessert werden.

Ausschlaggebend sei aber, dass es dabei keine Bedürftigkeitsprüfung gebe. „Wer eine solche Prüfung fordert, trifft die Falschen, weil es in den allermeisten Fällen um Haushalte mit kleinen Einkommen geht. Eine Bedürftigkeitsprüfung steht auch dem Rentenprinzip entgegen, nach dem Beitragszahler einen individuellen Leistungsanspruch erwerben“, so Derer.

Die NGG fordert die Große Koalition auf, bei dem Thema jetzt „ernst zu machen“. Wer Jahrzehnte gearbeitet habe, habe mehr verdient als die bloße Grundsicherung. „Für Tausende Beschäftigte allein im Kreis Peine stellt sich die Frage, ob ein würdiger Lebensabend in Zukunft noch möglich ist“, warnt Derer. Diese Sorge dürfe die Politik nicht ignorieren. Sie müsse jetzt die nötigen Mittel aufbringen, um Altersarmut im großen Stil zu stoppen.

Von Redaktion