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Stadt Peine Zeitreise: Auf den Spuren jüdischen Lebens in Peine
Stadt Peine Zeitreise: Auf den Spuren jüdischen Lebens in Peine
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17:26 28.10.2019
Der Historiker Dr. Jens Binner vor der Gedenkstätte für die neue Peiner Synagoge. Quelle: Sonja Neuberger
Peine

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Peine ist bei einem besonderen Stadtrundgang am vergangenen Sonntag erlebbar gemacht worden. „Dabei wollen wir die Geschichte insgesamt erzählen, über den Nationalsozialismus hinaus, mit anderen bedeutenden Geschichten“, leitete der Peiner Historiker Dr. Jens Binner die Führung ein.

Der Einladung des Israel Jacobsen Netzwerk für jüdische Geschichte und Kultur Braunschweig waren viele Interessierte gefolgt und so begab sich eine große Gruppe auf eine kleine Zeitreise. Nicht zwingend chronologisch verlief dabei der Weg.

Das Israel-Jacobson-Netzwerk für jüdische Geschichte und Kultur aus Braunschweig lud zu einem besonderen Stadtrundgang ein.

Vom Treffpunkt am Marktplatz ging es in die Straße Damm. Dort befand sich einst die alte Synagoge Peines. Im Garten, wo heute ein Schuppen steht, war damals die jüdische Gemeinde zu Hause. Im Mittelalter war es den Juden ausschließlich in diesem Viertel gestattet zu siedeln. Später jedoch wohnten viele, insbesondere Kaufleute, an der Breiten Straße in der Mitte der Stadt.

Der nächste Stopp ist nicht weit entfernt – es ist das Geburtshaus von Salomon Perel, besser bekannt als „Hitlerjunge Salomon“. Auch zu den ehemaligen Bewohnern aus dem Haus gegenüber gibt es Geschichten zu erzählen. 55 Stolpersteine vor Peines Häusern erinnern über die Stadt verteilt an die Ermordeten aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Kaufhaus Brunswiga

Binner erzählt zu dem Haus ein Stück die Rosenthaler Straße hinauf, dass es eines der größten Kaufhäuser in der Fuhsestadt war. Am Markt 1 befand sich das Kaufhaus Brunswiga der Familie Herzfeld. Die Geschichte der Familie ist als einzige gut dokumentiert mit Briefen und Fotos.

Unterlagen zur Judenverfolgung wurden vernichtet, so dass es keine detaillierten Informationen gibt. Im Falle der Herzfelds sind die Schikanen und der Dauerdruck auf den Kaufmann überliefert, da die sich daraus ergebenden Rechtsstreitigkeiten schon weit vorher ereignet hatten. Auch diese Familie wurde deportiert und ermordet.

Ähnlich erging es Familie Fels, die ein Schuhgeschäft rechts neben der Jakobi-Kirche betrieben hatte. Der Bau des repräsentativen Gebäudes wurde von Fels bei einem Architekten in Auftrag gegeben. Später wurde das haus „arisiert“.

Stadtrundgang endet am Platz der neuen Synagoge

Der Stadtrundgang endete am Platz der „neuen Synagoge“. Diese war von 1907 bis 1938 das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde bis sie am Donnerstagvormittag des 10. Novembers 1938 einem Brandanschlag zum Opfer fiel. An diesem Tag wurde der 17-jährige Hans Marburger in der Synagoge erschossen. Das Gebäude war aus, aber nicht abgebrannt. Dennoch sollte es abgerissen werden – und man versuchte obendrein, die Kosten für die Arbeiten der jüdischen Gemeinde aufzuerlegen.

Die ehemalige Synagoge. Sie fiel einem Brandanschlag zum Opfer. Quelle: Archiv

Keine Innenaufnahmen

Das Besondere ist, dass es zwar viele Fotos von außen, aber keine Aufnahmen des Innenraums der Synagoge gibt. Am Ende des Rundgangs standen Dr. Rebekka Denz vom Israel Jacobson Netzwerk und Binner für Fragen zur Verfügung.

Von Sonja Neuberger

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