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Stadt Peine Woltwiesche: Täter haben „aus nichtigem Anlass“ zugeschlagen
Stadt Peine Woltwiesche: Täter haben „aus nichtigem Anlass“ zugeschlagen
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12:29 06.12.2017
Die brutale Prügelattacke fand in der Fuhsestraße in Woltwiesche statt.  Quelle: Thomas Freiberg
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Woltwiesche

 Das Motiv ist unklar. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt nun wegen des Verdachtes eines gemeinschaftlichen versuchten Tötungsdeliktes. Ein Anwohner habe in der Nacht von Freitag auf Samstag Schreie gehört und sofort die Polizei verständigt, sagte Staatsanwältin Christina Pannek. Als die Beamten wenig später in die Fuhsestraße der Lengeder Ortschaft kamen, sahen sie nicht nur die beiden verletzten Person, sondern trafen auch auf einen Zeugen der Gewalttat. „Es handelte sich um einen Mann, der mit den Angreifern zuvor eine Feier in der Nähe besucht hatte. Dieser konnte die mutmaßlichen Täter namentlich benennen“, erklärte Pannek.

Die Beschuldigten aus dem Bereich Salzgitter konnten daraufhin noch in der Nacht festgenommen werden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. „Ein Beschuldigter hat die Vorwürfe weitgehend eingeräumt“, so Pannek weiter. Die drei weiteren Männer äußerten sich bisher jedoch nicht. Ein Grund für die Auseinandersetzung ließ sich vorerst nicht ermitteln. Gerüchte, wonach sich Täter und Opfer kannten, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Darüber gebe es bislang keine Erkenntnisse.

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Vielmehr sollen die Täter auf ihre zufällig vorbeigekommenen Opfer aus einem „offensichtlich nichtigen Anlass“ eingeschlagen haben, hieß es in der gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Nachdem die verletzten Männer durch Schläge zu Fall gekommen seien, sollen die Beschuldigten weiter auf die am Boden liegenden Männer eingetreten und mit einer Flasche eingeschlagen haben.

Der 39-jährige Verletzte erlitt eine Vielzahl von Frakturen im Kopfbereich und kam mit lebensgefährlichen Verletzungen auf die Intensivstation, der 29-Jährige trug mehrere Schnittverletzungen im Kopfbereich davon. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachtes eines gemeinschaftlichen versuchten Tötungsdeliktes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung.

Versuchtes Tötungsdelikt

Ein versuchtes Tötungsdelikt liegt vor, wenn ein Täter bewusst in Kauf genommen hat, dass sein Opfer durch sein Handeln zu Tode kommen könnte. Straftaten gegen das Leben werden im Strafgesetzbuch in den Paragraphen 211 bis 222 behandelt. Auf Totschlag steht dabei eine Freiheitsstrafe von 5 bis 15 Jahren – je nach Schwere der Tat (§ 212). Ein versuchter Totschlag kann eine insgesamt geringere Strafe nach sich ziehen, das Strafmaß beträgt dabei erfahrungsgemäß zwischen 2 und 11 Jahren Haft. Einer der Täter in Woltwiesche wird dabei noch nach Jungendstrafrecht verurteilt werden, zwei gelten als Heranwachsende und können nach Jugend- oder Erwachsenenrecht verurteilt werden. Das Jugendstrafrecht sieht dabei eine Strafe von sechs Monaten bis 10 Jahren vor (§ 18 Jugendgerichtsgesetz).

Von Tobias Mull