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Stadt Peine Wie das Smartphone den Stalker stoppt
Stadt Peine Wie das Smartphone den Stalker stoppt
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06:07 06.07.2019
Gelegenheit zur genauen Dokumentation: Mit der Nostalk-App des Weißen Rings können Opfer auch gerichtsfeste Beweise sammeln. Quelle: Weißer Ring Stiftung
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Die Nostalk App des Weißen Rings, kostenlos in den üblichen Appstores runterzuladen, dokumentiert die Taten in Wort, Ton und Bild. Die Opfer können den Täter fotografieren, filmen, seine unerwünschten Anrufe aufzeichnen. Die Daten landen in einer Datenwolke, nicht auf dem Gerät – auch bei Diebstahl des Smartphones können laut Weißem Ring nur das Opfer und die Polizei darauf zugreifen. Ziel ist es, die Taten auf die Minute zu dokumentieren.

„Die App ist gut“, sagt Liane Jäger von der Polizeiinspektion Gifhorn. Es gebe eine leichte Bedienführung, das System „ist sehr konzeptionell“. „Die Polizei ist an der Entwicklung beteiligt gewesen. Wir bewerben die Nostalk App auch polizeiintern.“

Denn wichtig ist laut Jäger, dass Opfer die Taten nachweisen können. Seit 2007 sei Stalking Straftatbestand. Zu den Merkmalen gehört Beharrlichkeit. „Es geht nicht um eine festgelegte Zahl, aber es muss halt mehr als einmal vorgekommen sein.“ Und es müsse das Leben beeinträchtigen. Anrufbeantworter oder geheime Telefonnummer? „Das allein genügt nicht.“ Umzug, Arbeitsplatzwechsel oder psychische Erkrankungen seien da schon triftiger. Einige Opfer kapselten sich sozial ab. „Die vereinsamen. Das ist Psychoterror.“

Ein Klassiker ist laut Jäger der Ex-Partner, der nicht loslassen mag. Ihr Tipp: „Konsequent jeglichen Kontakt meiden, nicht auf eine Aussprache einlassen.“ Doch es geht nicht nur um Zwischenmenschliches. „Wir haben auch Fälle, da werden Berufsgruppen gestalkt.“ Etwa Ärzte, Politiker, Jugendamtmitarbeiter und Anwälte.

Von 2016 bis April 2019 zählte die Gifhorner Polizei 119 Stalkingfälle. Die Wolfsburger kam von 2015 bis 2018 auf 115, die Peiner in dem Zeitraum auf 100. Zur Dunkelziffer haben Jäger und ihr Kollege Thomas Figge aus Wolfsburg keine Zahlen. Figge: „Fakt ist, dass die Dunkelziffer höher liegen dürfte, da es immer noch Menschen gibt, die lange ausharren, ehe sie sich Hilfe holen.“ Oder sich gar nicht an die Polizei wenden.

Die Polizei könne helfen, sagt Jäger. „Wir haben mehrere Instrumente zur Verfügung.“ Vor allem die Gefährderansprache: „Der kriegt eine knallharte Ansage.“ Die die Polizei dokumentiert: „Die muss er mit Unterschrift schriftlich zur Kenntnis nehmen.“ Weitere Möglichkeiten sind Platzverweise, Näherungsverbote und sogar Ingewahrsamnahmen. Jäger und Figge raten Opfern dringend, sich an die Polizei zu wenden. Im akuten Fall über die 110.

Von Dirk Reitmeister

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