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Stadt Peine Wie Wildtiere mit Hitze und Trockenheit umgehen
Stadt Peine Wie Wildtiere mit Hitze und Trockenheit umgehen
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06:02 08.08.2019
Suhlen im Matsch gehört zu den liebsten Beschäftigungen der Wildschweine – insbesondere bei Hitze. Quelle: Archiv
Peine/Gifhorn/Wolfsburg.

In diesem Sommer gab es – wie schon 2018 – extreme Hitzeperioden. Im Wald trifft das nicht nur die Bäume, sondern auch die Tiere.

Tiere sind gut angepasst

„Zwar sind heimische Wildtiere gut angepasst, andauernd hohe Temperaturen und Trockenheit bedeuten allerdings Stress“, sagt Florian Rölfing von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Ausgedörrte Wiesen und ausbleibende Taubildung beträfen besonders Tiere wie Rehe, die fast den gesamten Flüssigkeitsbedarf durch die Nahrung decken. „Jägerinnen und Jäger helfen Wildtieren mit künstlich angelegten Wasserstellen. Davon profitieren auch zahlreiche Insekten- oder Vogelarten“, erklärt Rölfing.

Hunde nicht stöbern lassen

Aber auch Erholungssuchende können etwas tun, um die Tiere nicht zusätzlichem Stress auszusetzen: „Wir bitten darum, Rücksicht zu nehmen. Störungen wie zum Beispiel durch stöbernde Hunde lassen sich leicht vermeiden“, sagt der Jäger.

Die Auswirkungen des Wetters sind sichtbar: „Während der extremen Hitzeperiode 2018 erreichten den Deutschen Jagdverband zahlreiche Meldungen von verendet aufgefundenen Rehen. Viele waren stark abgemagert oder überdurchschnittlich stark von Parasiten befallen“, weiß Rölfing. In einigen Regionen Deutschlands hätten Jäger 2018 zudem sehr wenig Wildschweinnachwuchs registriert. Experten vermuten als eine Ursache ebenfalls die lang anhaltende Dürrephase.

Tierische Strategien

Gegen Hitze haben heimische Wildtiere unterschiedliche Strategien entwickelt: Hirsche genießen es, wenn ihnen das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht. Wildschweine wälzen sich gern im Schlamm, in der sogenannten Suhle. „Das erfrischt und hilft gegen blutsaugende Plagegeister wie Zecken oder Stechmücken. Sie bleiben in der abtrocknenden Schlammschicht kleben und werden am nächsten Baum abgescheuert“, erklärt Rölfing.

Hecheln hilft

Wie Haushunde hecheln auch Füchse und Wölfe, um überschüssige Körperwärme abzugeben: Ihnen fehlen Schweißdrüsen, die dem Menschen Abkühlung verschaffen. Schattige Plätze sind auch in der Tierwelt beliebt: Dachse, Füchse oder Wildkaninchen dösen in ihrem unterirdischen Bau, umgeben von feuchter und kühler Erde. Feldhasen pumpen mehr Blut in ihre langen Ohren. Die überschüssige Wärme wird so über die dünne Haut an den wenig behaarten Ohren abgegeben. Auch Vögel leiten Wärme ab, sie nutzen dazu einen Luftzug um die Beine oder stellen sich mit den Füßen in kühlendes Wasser.

Die meisten Tiere sind gut angepasst.

Von Kerstin Wosnitza

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