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Stadt Peine Werden die Fuhsewiesen ein Naturschutzgebiet?
Stadt Peine Werden die Fuhsewiesen ein Naturschutzgebiet?
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00:21 02.12.2018
Geht es nach den Grünen, soll die Fuhsewiesen als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Quelle: Michael Wohlrab
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Peine

Die Fuhsewiesen als Naturschutzgebiet ausweisen und die Einstellung eines Biologen im Fachdienst Umwelt – das sind die Forderungen der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zum Kreishaushalt 2019.

Einmalige Vogelbestände

„Die Fuhseniederung zwischen Klein Ilsede, Handorf und Rosenthal ist bereits als bedeutsamer Überflutungsraum im Landschaftsrahmenplan des Landkreises Peine hervorgehoben. Eine Ausweisung als Naturschutzgebiet des jetzigen Landschaftsschutzgebietes wird empfohlen, um die inzwischen national bedeutenden, in ihrer Wertigkeit einmaligen Vogelbestände zu schützen. Wir möchten endlich dieses seit langen Jahren verfolgte Ziel realisieren und fordern die Verwaltung auf, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten“, so Heiko Sachtleben, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Peine. „Unser langfristiges Ziel bleibt die Ausweisung der Fuhsewiesen als EU-Vogelschutzgebiet.“

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Grüne fordern weiteren Biologen

Auch die Forderung eines weiteren Biologen oder Biologin im Fachdienst Umwelt geht aus dem Antrag der Grünen hervor. Sachtleben dazu: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass aufgrund der Reduzierung des Fachpersonals keine weiteren, im Landschaftsrahmenplan vorgesehenen Naturschutzgebiete konzipiert und ausgewiesen werden können. Auch bei der Ausweisung der FFH-Gebiete besteht erheblicher Nachholbedarf, so dass über das Land Niedersachsen Bußgelder drohen.“ Das Land Niedersachsen halte bei der Ausweisung von EU-Naturschutzgebieten ’Natura 2000’ die Fristen nicht ein und sei bundesweit Schlusslicht, sagt der Fraktionsvorsitzender. „Ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland hatte die EU bereits 2015 eingeleitet. Nun könnten Klageverfahren mit Bußgeldern drohen, die an den Landkreis Peine durchgereicht werden könnten. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf, um dieses zumindest für die Zukunft im Landkreis Peine zu umgehen.“

Insektensterben als Problem

Zudem sei das Insektensterben „unübersehbar bei uns angekommen“, so Sachtleben weiter: „ Auch hier sehen wir dringenden Bedarf für eine zusätzliche Biologen, Konzepte für Artenschutzmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Weiterhin ist uns im Kontext des Klimawandels wichtig, Umweltbildung mehr in den Fokus zu rücken. Viele Aufgaben für die Naturschutzbehörde des Landkreises, die Verstärkung dringend benötigt.“

Von Anna Gröhl