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Weltklimakonferenz in Glasgow: Junge Vöhrumerin ist als Delegierte dabei

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14:07 04.11.2021
Hannah-Sofie Springer vertritt die Organisation Klimadelegation bei der UN-Weltklimakonferenz in Glasgow.
Hannah-Sofie Springer vertritt die Organisation Klimadelegation bei der UN-Weltklimakonferenz in Glasgow. Quelle: Privat
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Vöhrum/Glasgow

Derzeit findet die mehrwöchige UN-Weltklimakonferenz, auch COP (Conference of the Parties) genannt, im schottischen Glasgow statt. Das Ziel ist, weltweit den Klimaschutz voranzubringen und ärmere Länder beim Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Mit dabei ist auch die 22-jährige Hannah-Sofie Springer aus Vöhrum: Sie ist Mitglied der Klimadelegation, einer politisch unabhängigen und gemeinnützigen Organisation junger Menschen aus Deutschland.

„Ich bin seit 2018 Klimaaktivistin und seit Ende 2019 Teil der Klimadelegation, zu deren Vorstand ich seit Mai 2021 gehöre“, erklärt die Vöhrumerin, die wegen ihres Master-Studiums im Bereich Politikwissenschaften derzeit in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen lebt. Am vergangenen Samstag reiste sie per Bus und Bahn – der Eurotunnel macht es möglich – nach Glasgow zur Weltklimakonferenz, die am Sonntag begann. Vertreterinnen und Vertreter aus aller Welt verhandeln hier darüber, wie die Klimakrise bekämpft werden kann und wie eine Umsetzung der dafür gesteckten Ziele möglich ist. „Es ist wichtig, dass junge Stimmen auf der Konferenz gehört werden, weil es um unsere Zukunft geht“, sagt Springer.

Weiter erklärt sie: „Die Klimakrise ist eine immense Gefahr, die auch in Deutschland immer bedrohlicher wird. Mich beschäftigt diese Katastrophe sehr, da wir als junge Menschen in besonderem Maße von den Folgen betroffen sein werden – auch in Solidarität mit jungen Menschen in besonders stark betroffenen Regionen weltweit.“ Auf der Klimakonferenz will die Klimadelegation gemeinsam mit anderen jungen Leuten unter anderem mit den Verhandlungsdelegationen ins Gespräch kommen, die Verhandlungen aktiv verfolgen und Veranstaltungen im Event Space der deutschen Bundesregierung ausrichten.

„Die Erderhitzung von 1,5 Grad ist fast erreicht und damit eine kritische Grenze im Klimasystem. Gleichzeitig sind die nationalen Klimaziele viel zu niedrig und Maßnahmen zu schwach. Auch Deutschland muss viel mehr tun“, appelliert die 22-Jährige. Die Ziele, die bei der COP vereinbart werden, würden sich auf die deutsche Politik und somit auch auf die Kommunalpolitik in Peine auswirken. „Gleichzeitig können Politikerinnen und Politiker hier wichtige Schritte gehen, um zu globaler Klimagerechtigkeit beizutragen.“

Springer möchte das Thema auch ihren Mitmenschen in Peine näherbringen. „Die Klimapolitik der Vereinten Nationen scheint so weit weg zu sein, dabei wird letztlich auf den COP unsere Zukunft verhandelt.“ Vorrangiges Ziel der Konferenz müsse sein, wieder ein Hoffnungssignal zu senden – schließlich habe die COP in Glasgow eigentlich schon im November des vergangenen Jahres stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Konferenz aber nur rein digital abgehalten.

Die Vöhrumerin betrachtet die COP nach den ersten Tagen in Glasgow zum Teil kritisch: „Es wird zwar über die Klimakrise gesprochen, aber das passiert in ungerechten Strukturen.“ Es gehe schließlich um mehr als 100 teilnehmende Länder, doch Europa sei mit Abstand am präsentesten – hier müssten die Machtstrukturen hinterfragt werden, meint Springer.

Von Dennis Nobbe