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Stadt Peine Afghanische Familie sucht in Peine Heimat
Stadt Peine Afghanische Familie sucht in Peine Heimat
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16:00 24.12.2018
Von links: Farzane, Nasibeh, Afsane und Mohammed A.. Sohn Ehsan fehlt. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Das Leben als afghanischer Bürger im Iran bedeutet ein Leben als Mensch zweiter Klasse, der täglichen Repressionen ausgesetzt ist. Wenn dieses Leben keine Zukunft hat wächst der Wunsch nach einem Leben in Sicherheit und mit Perspektive. Die Konsequenz aus dieser Lebenssituation bedeutete für die Familie A. die Flucht nach Deutschland.

Unterstützung unter anderem durch den Caritas-Verband

2015 kam die Familie nach Peine und hat hier inzwischen dank der umfangreichen Unterstützung unter anderem des Caritasverbandes Wurzeln geschlagen.

Familie A., das sind der 46-jährige Vater Mohammed, der in der Heimat als Schneider gearbeitet hat. Mutter Nasibeh (41), die sich um die vier Kinder gekümmert hat. Tochter Farzane (25), Tochter Afsane (21) und der 15-jährige Sohn Ehsan. Es gibt noch einen vierten Sohn, der bereits erwachsen ist und mit seiner Familie in Schweden lebt.

Die Flucht der Familie aus dem Iran begann wie viele Flüchtlingsgeschichten. Die Zustände: kaum zu beschreiben und untragbar. Die Angst: groß. Die Zukunft: aussichtslos. Man packte, was man tragen konnte und machte sich zu Fuß, mit dem Bus, dem Boot auf, in eine bessere Zukunft. Was diese bringen wird, war lange ungewiss. Über viele Stationen kam die Familie nach Ilsede und fand in der Gebläsehalle ein Übergangsquartier. Anschließend bis heute: das Leben in Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Peine. Der große Wunsch ist eine eigene Wohnung.

Kinder haben konkrete Pläne

In der Gemeinschaftsunterkunft versucht die Familie, den Alltag zu meistern. Tochter Farzane macht inzwischen eine Ausbildung zur Pflegeassistentin. „Ich möchte gerne Krankenschwester werden. In der Heimat habe ich das Abitur gemacht. Aber wir haben alle Zeugnisse auf der Flucht verloren. Ich musste praktisch noch mal von vorne anfangen“, erzählt sie in sehr gutem Deutsch.

Viele Stunden Deutschunterricht hat die Familie bislang hinter sich gebracht. Ähnlich ambitioniert ist Afsane, die derzeit die Berufsfachschule Wirtschaft besucht und gute Voraussetzungen hat, den Realschulabschluss zu erreichen. Die enge Begleitung durch den Jugendmigrationsdienst der Caritas hat beiden sehr geholfen. Sohn Ehsan möchte gerne zur Bundeswehr.

Der Alltag der Familie ist geprägt vom Deutschlernen. „Mir tat immer richtig der Kopf weh, als wir die ersten Worte Deutsch sprachen. Papa sagte immer: Wir müssen reden, müssen die Sprache lernen“, erinnert sich Farzane an die ersten Wochen in Deutschland.

„Etwas zurück geben“

Man schlägt sich durch. Hat dabei jedoch einen großen Wunsch. „Wir würden gerne in eine Wohnung mit deutschen Nachbarn ziehen. Um noch besser die Sprache zu lernen, die deutsche Kultur kennenzulernen.“ Auch Papa Mohammed möchte endlich wieder etwas tun. Nach der Sprachförderung wieder beruflich Fuß fassen und etwas von dem Guten zurückgeben, dass er hier erfahren hat.

Von Kathrin Bolte

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