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Stadt Peine Warnung vor ominösem Datenschutz-Schreiben
Stadt Peine Warnung vor ominösem Datenschutz-Schreiben
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19:48 04.10.2018
Eine Firma aus Oranienburg nutzt die Unwissenheit und Unsicherheit in Sachen Datenschutz aus. Quelle: dpa
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Peine

Anders als ein erster Blick auf das Schreiben vermuten lässt, sei die DAZ keine Behörde, sondern ein privatwirtschaftliches Unternehmen, macht die Handwerkskammer deutlich. Diese Firma nutze die Unwissenheit und Unsicherheit in Bezug auf die kürzlich in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bei Unternehmen aus. Auf den bundesweit versendeten Formularen sollen die Adressaten ihre Betriebsdaten ergänzen. „Angeboten werden Informationsmaterial, ausfüllfähige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung“, erklärt Sandra Jutsch, Sprecherin der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Eine individuelle Beratung und Betreuung bei Nachfragen der Betriebe ist nicht Leistungsbestandteil.“

„Die DAZ hat offenbar keine Online-Präsenz“

Im Kleingedruckten dann das böse Erwachen: Dort stehen die nicht unerheblichen Kosten von 498 Euro jährlich und die Vertragslaufzeit von drei Jahren für ein sogenanntes „Basisdatenschutz-Paket“.

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Auch die Peiner Anwaltskanzlei Jödicke in der Senator-Voges-Straße erreichte dieses Schreiben per Fax. „Das Schreiben erweckt den Eindruck, als stamme es von einer öffentlichen Stelle“, bestätigt auch Rechtsanwalt Jonathan Westmüller. „Dies ist nicht der Fall. Im Internet findet sich über die DAZ statt einer Homepage eine Vielzahl von Warnungen. Auch der auf dem Schreiben angegeben Link über die AGB funktioniert nicht, auch sonst hat die DAZ offenbar keine Online-Präsenz.“

Fax auf keinen Fall beantworten

Rechtsanwalt Jonathan Westmüller Quelle: privat

Der Jurist geht davon aus, dass im Falle einer Rücksendung des Schreibens eine gesonderte Zahlungsaufforderung an den Betrieb geht. „Daher sollte das Fax auf keinen Fall beantwortet werden“, sind sich Westmüller ebenso wie die Handwerkskammer und die Peiner Polizei einig. Dort ist die Verbreitung des Schreibens in Peine bereits bekannt. Betroffene, die bereits unterschrieben haben, erhalten von der Handwerkskammer beim weiteren Vorgehen Unterstützung. Außerdem ist die Erstattung einer Strafanzeige wegen (versuchten) Betruges bei der Polizei möglich.

Von Janine Kluge

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